Weltpolitik

Italienischer Europaminister Savona nennt Euro unverzichtbar

Der umstrittene neue italienische Europaminister Paolo Savona hat eine Kehrtwende mit Blick auf den Euro hingelegt. Der 81-jährige ehemalige Professor bezeichnete die europäische Gemeinschaftswährung am Dienstag als "unverzichtbar". Die Währungsunion müsse mit Reformen perfektioniert werden. Savona hatte den Euro einst einen "historischen Fehler" genannt.

Die Währungsunion muss reformiert werden SN/APA (AFP)/TIZIANA FABI
Die Währungsunion muss reformiert werden

Zudem nahm er die Europäische Zentralbank (EZB) ins Visier: Die Regeln der EZB müssten verändert werden, um die Währungsunion zu verbessern, erklärte Savona. Die EZB müsse eine größere Kontrolle über die Devisenpolitik erhalten. Außerdem erklärte Savona, er habe nie einen Ausstieg Italiens aus dem Euro vorgeschlagen, und es gebe auch keinen Geheimplan. Zudem lobte er Deutschland - es sei ein großartiges Land, kulturell wirtschaftlich und politisch.

Als Universitätsprofessor hatte sich Savona noch für einen "Plan B" zum Austritt Italiens aus der Eurozone starkgemacht, was Präsident Sergio Mattarella zu seinem Veto gegen Savona als Wirtschaftsminister bewog. Er wurde in der neuen italienischen Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega schließlich Minister für Europäische Angelegenheiten.

Savona, der über Erfahrungen im Finanzsektor, in der Wissenschaft aber auch als Minister verfügt, hat die Finanzmärkte wiederholt mit euroskeptischen Ansichten verschreckt. In seinem jüngsten Buch schrieb er, Deutschland versuche nach dem militärischen Scheitern im Zweiten Weltkrieg jetzt, Europa wirtschaftlich zu dominieren.

Der neue italienische Wirtschaftsminister Giovanni Tria sucht derweil in Deutschland und Frankreich den Dialog über Europa. Tria reise am Donnerstag zu Beratungen mit dem deutschen Finanzminister Olaf Scholz nach Berlin, teilte das Wirtschaftsministerium in Rom am Dienstag mit. Bereits am Mittwoch werde Tria den französischen Ressortchef Bruno Le Maire in Paris aufsuchen. Tria hatte sich am Sonntag zum Euro bekannt und damit die Sorgen vieler Anleger gedämpft.

(Apa/Ag.)

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