Weltpolitik

Italienischer Ex-Premier Renzi als Parteichef zurückgetreten

Der italienische Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi hat erwartungsgemäß auch das Amt des Vorsitzenden seiner Demokratischen Partei (PD) niedergelegt. Er werde jedoch beim nächsten Parteitag wieder kandidieren, sagte Renzi in einer Ansprache am Sonntag. Er rief die Partei zum Zusammenhalt auf, deren linker Flügel Widerstand gegen die Umwandlung in eine "Renzi-Partei" leistet.

Renzi tritt zurück, will aber wieder kandidieren.  SN/APA (AFP)/VINCENZO PINTO
Renzi tritt zurück, will aber wieder kandidieren.

Die linke Minderheit sucht einen Kandidaten, der als Alternative zu Renzi ins Rennen um die Parteiführung gehen könnte. Seit seinem Rücktritt wegen der Niederlage beim Verfassungsreferendum ist Renzis Position an der Spitze von Italiens stärkster Einzelpartei geschwächt. Rivalitäten und Streitigkeiten sind an der Tagesordnung. Zu Renzis schärfsten Gegnern zählt der ehemalige PD-Chef und glücklose Spitzenkandidat bei der Parlamentswahl 2013, Pierluigi Bersani, der die Gruppierung am Scheideweg sieht. Eine Spaltung in der PD wird nicht mehr ausgeschlossen.

Rund tausend PD-Delegierte tagten am Sonntag in Rom, um über das Datum des Parteitags zu entscheiden. Der ursprünglich im Herbst geplante Parteitag könnte auf Juni vorverlegt werden. Mit einem neuen Mandat will PD-Chef Renzi als Premierkandidat eine Mitte-Links-Koalition bei den Parlamentswahlen führen, die spätestens im Frühjahr 2018 stattfinden werden.

Beim Parteitag erhofft sich Renzi eine triumphale Wiederwahl, doch der Weg könnte für ihn hürdenreich werden. Der Ex-Premier muss sich mit ehrgeizigen Rivalen auseinandersetzen. Gerüchten zufolge will Justizminister Andrea Orlando seinen Hut in den Ring werfen. Auch Bersani selbst erwägt seine Kandidatur.

Quelle: APA

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