Weltpolitik

Italiens Verteidigungsministerin gegen Austritt aus "Sophia"

Die italienische Verteidigungsministerin, Elisabetta Trenta, hat sich gegen den von Italien gedrohten Rückzug aus der EU-Mission "Sophia" zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität im Mittelmeer ausgesprochen. "Der Austritt aus der Mission ist keine realistische Option und wäre für Italien negativ", so Trenta in einem Interview mit dem TV-Sender RAI 3.

Verteidigungsministerin Trenta ist über die Lage in Libyen besorgt SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Verteidigungsministerin Trenta ist über die Lage in Libyen besorgt

"Die italienische Regierung arbeitet an einer Strategie, wir wollen Europa noch Zeit geben. Wenn Europa uns aber nicht antwortet, werden wir Konsequenzen ziehen", sagte die Ministerin. Innenminister Matteo Salvini hatte vergangene Woche mit einem Rückzug Italiens von der EU-Mission gedroht.

EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos rechnet mit einer Einigung über die EU-Mission "Sophia" zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität im Mittelmeer beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 20. September in Salzburg. Die Bedingungen für eine Einigung seien vorhanden, so der Grieche im Interview mit der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Avramopoulos betonte, er teile die Ansicht von Innenminister Matteo Salvini, demnach mehr Migranten abgeschoben werden müssen.

Elisabetta Trenta erklärte sich über die Lage in Libyen besorgt. Ein Militäreingriff in Libyen wäre die schlimmste Lösung, weil sie noch mehr Instabilität schüren würde. "Wenn Libyen zusammenbricht, wird das Problem der Migranten für Italien noch größer. Der libysche Ministerpräsident Fayez al-Sarraj ist Italiens Ansprechpartner, doch man muss mit allen den Dialog offen halten", sagte Trenta, die in den nächsten Tagen nach Libyen reisen will.

Italien werde Anfang November eine Friedenskonferenz für Libyen organisieren. "Daran werden sich alle Länder beteiligen, die im Friedensprozess verwickelt sind. Wenn wir Libyen nicht stabilisieren, fahren die Migranten mit den Schiffen ab und sterben im Mittelmeer", sagte die Ministerin.

Die Aussicht auf Parlamentswahlen in Libyen vor Jahresende hält Trenta für unrealistisch. "Wahlen bis Jahresende wären zu früh. Das sagen nicht wir, sondern die Libyer. Nur sie können über ihre Zukunft entscheiden und in diesem Prozess müssen sie unterstützt werden", sagte die Ministerin.

Quelle: APA

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