Weltpolitik

Jemen-Konflikt kostet Tausenden Kindern das Leben

Wegen des kollabierenden Gesundheitssystems im Bürgerkriegsland Jemen sind rund 10.000 Kinder gestorben, obwohl ihr Tod vermeidbar gewesen wäre. "Wir verlieren wöchentlich ca. 1.000 Kinder an Durchfall, Mangelernährung und Atemwegsinfektionen - Todesfälle, die wir normalerweise verhindern könnten", sagte Edward Santiago, Jemen-Länderdirektor der Hilfsorganisation Save the Children, am Freitag.

Die Lage im Jemen ist katastrophal.  SN/APA (AFP)/AHMAD AL-BASHA
Die Lage im Jemen ist katastrophal.

Insgesamt hätten acht Millionen Kinder im Jemen keinen Zugang zu einer grundlegenden medizinischen Versorgung. Mehr als die Hälfte aller rund 3.500 medizinischen Einrichtungen im Land seien geschlossen oder nur teilweise funktionsfähig, heißt es in einer Studie von Save the Children. Mehr als 1.200 Kinder kamen demnach durch Kämpfe zu Tode. Im ganzen Land fehle es an qualifiziertem Personal, da viele Ärzte entweder den Jemen verlassen hätten oder als Binnenvertriebene aus ihrem Heimatort geflohen seien.

In dem armen Land im Süden der arabischen Halbinsel tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg. Schiitische Houthi-Rebellen haben große Teile des Landes überrannt. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition fliegt Luftangriffe gegen die Aufständischen. Das Bündnis unterstützt die Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Wegen des Bürgerkriegs kommen kaum noch Hilfslieferungen in den Jemen.

Quelle: Apa/Dpa

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