Weltpolitik

Jemenitin darf ihr todkrankes Kind in den USA besuchen

Nach langem Kampf um ein Visum durfte eine Jemenitin in die USA einreisen, um ihren todkranken Sohn wohl ein letztes Mal zu besuchen. Die Mutter des zweijährigen Abdullah erhielt ein spezielles Ausnahmevisum für enge Verwandte von US-Bürgern, wie die Bürgerrechtsorganisation Council on American-Islamic Relations (CAIR) mitteilte.

Wegen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreisesperre für Bürger aus mehreren muslimischen Ländern war der in Ägypten lebenden Frau zunächst der Besuch verweigert worden. Ihren Anwälten zufolge hatte die Jemenitin sich bereits seit 17 Monaten um die Einreise bemüht. Über den Fall war in vielen Medien ausführlich berichtet worden.

Sowohl Abdullah als auch sein Vater besitzen die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Die beiden waren vor einigen Monaten in die USA gereist, um die schwere Gehirnkrankheit des Kleinkindes behandeln zu lassen. Der Zweijährige liegt mittlerweile im Sterben.

"Dies ist eine schwierige Zeit für unsere Familie. Aber wir sind gesegnet, dass wir nun zusammen sind", sagte der Vater bei der Ankunft seiner Frau am Mittwoch am Flughafen in San Francisco. Wegen des jemenitischen Bürgerkriegs war die Familie vor rund einem Jahr gemeinsam aus dem Jemen nach Ägypten geflohen.

Mittlerweile wird Abdullah der Organisation CAIR zufolge in einem Krankenhaus in Oakland östlich von San Francisco noch künstlich am Leben erhalten. Den Einschätzungen der Ärzte zufolge soll jedoch auch dies nicht mehr lange möglich sein.

Quelle: Apa/Dpa

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