Weltpolitik

Jihadisten in Mosul sitzen in der Falle

Die IS-Jihadisten in Mosul sitzen laut dem US-Beauftragten Brett McGurk "in der Falle". Die neunte irakische Armeedivision habe in der Nacht auf Sonntag "die letzte Ausfallstraße aus Mosul abgeriegelt", sagte McGurk vor Journalisten in Bagdad. "Wir legen es darauf an, sie in Mosul nicht nur zu besiegen, sondern sicherzustellen, dass diese Typen nicht entkommen können."

Immer mehr Menschen werden aus den Fängen der Islamisten befreit.  SN/APA (AFP)/AHMAD AL-RUBAYE
Immer mehr Menschen werden aus den Fängen der Islamisten befreit.

Seit dem Beginn ihrer Offensive in West-Mosul vor knapp einem Monat hat die irakische Armee nach eigenen Angaben große militärische Erfolge erzielt. Rund ein Drittel von West-Mosul sei von der Jihadistenmiliz IS zurückerobert worden, erklärte ein Armeevertreter. Aus Rücksicht auf die Zivilbevölkerung müssten die Einheiten allerdings behutsam vorgehen.

"Mehr als ein Drittel von West-Mosul ist unter Kontrolle unserer Einheiten", sagte General Maan al-Saadi von der irakischen Anti-Terror-Eliteeinheit CTS. Beim Vorrücken dürften die Armee und ihre Verbündeten allerdings nicht überstürzt vorgehen. Um keine Jihadisten-Nester in ihrem Rücken zu haben, müssten sie eingenommene Gebiete genau kontrollieren, IS-Kämpfer unter den Einwohnern aufspüren und von den Jihadisten zurückgelassene Sprengsätze entschärfen.

Auch der Sprecher des gemeinsamen Einsatzkommandos, Jahja Rasul, hob hervor, dass der Kampf gegen den IS schwierig sei: "Wir kämpfen gegen einen irregulären Feind, der sich unter Zivilisten versteckt und Sprengsätze, Heckenschützen und Selbstmordattentäter einsetzt." Es gehe der irakischen Armee bei ihrem Einsatz darum, das Leben von Zivilisten zu schützen.

Am Wochenende kämpfte die irakische Armee in den Vierteln al-Jadida und al-Aghawat sowie in Bab al-Tub in der Nähe der Altstadt von Mosul . Die Regierungstruppen hatten am 19. Februar eine Offensive zur Rückeroberung von West-Mosul aus der Hand des IS gestartet. Ende Jänner nahmen sie nach gut dreimonatigen Kämpfen den Ostteil der zweitgrößten irakischen Stadt ein.

Im berüchtigten Badush-Gefängnis bei Mosul wurde am Wochenende offenbar ein Massengrab mit Hunderten IS-Opfern entdeckt. Die mit der Armee verbündeten schiitischen Milizionäre der Hashd al-Shaabi (Volksmobilisierungseinheiten) teilten mit, sie hätten die sterblichen Überreste von etwa 500 Menschen entdeckt, die vom IS getötet worden seien. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht.

Laut einem 2015 veröffentlichten UNO-Bericht hatte der IS nach der Eroberung des Badush-Gefängnisses im Juni 2014 rund 600 Männer umgebracht. In dem Gefängnis hielt der IS nach Angaben der irakischen Abgeordneten Vian Dahil rund 500 Frauen der jesidischen Minderheit gefangen, die als Sex-Sklavinnen missbraucht worden seien. Die Männer dieser religiösen Minderheit wurden umgebracht.

Quelle: Apa/Ag.

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