Weltpolitik

Juden demonstrierten in Israel gegen Polizeigewalt

Mehr als Tausend aus Äthiopien stammende Juden haben laut Medienberichten in Tel Aviv gegen Polizeigewalt demonstriert. Die Menschen blockierten zentrale Verkehrsstraßen in der israelischen Küstenstadt, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Die Menschen gingen nach dem Tod eines 24-Jährigen in einem Vorort von Tel Aviv auf die Straße.

Ein Polizist hatte vor knapp zwei Wochen auf den jungen Mann geschossen, als dieser mit einem Messer in der Hand auf Sicherheitskräfte zugerannt war, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Nach Medienberichten sagte seine Familie anschließend, er sei psychisch krank gewesen.

Die Organisatoren des Protests fordern nach einem Bericht der Zeitung "Haaretz" eine unabhängige Untersuchung des Falles sowie von zwei weiteren Fällen. "Wir wollen mit dem Protest den Stimmen unserer Gemeinschaft Gehör verleihen, gegen Diskriminierung und gegen das Verhalten der Polizei gegenüber den äthiopischen Juden", sagte Fentahun Assefa-Dawit, stellvertretender Direktor von Tebeka. Die Organisation setzt sich für Gleichheit und Gerechtigkeit in der Gemeinschaft ein.

Israels Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, hatte sich nach dem Tod des jungen Mannes betroffen gezeigt. Er erwarte eine schnelle Aufklärung des Falles, sagte er. Er werde dafür sorgen, dass notwendige Lehren gezogen würden.

Ende 2017 lebten nach Angaben des israelischen Statistikbüros rund 149.000 Juden mit äthiopischen Wurzeln in Israel. Ihre soziale Integration gestaltet sich mitunter schwierig: Am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche oder der Vergabe staatlicher Leistungen sehen sich viele diskriminiert. Es kam zudem wiederholt zu rassistischen Übergriffen.

Quelle: Apa/Dpa

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