Weltpolitik

Kämpfe um Aleppo nach Feuerpause wieder voll entbrannt

Nach dem Ende der Feuerpause in Aleppo sind die Kämpfe in der nordsyrischen Stadt am Sonntag wieder voll entbrannt. Regierungstruppen oder ihre russischen Verbündeten hätten mehrere Rebellengebiete bombardiert, meldete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die neuen Kämpfe dämpften Hoffnungen, die notleidende Bevölkerung mit Hilfsgütern versorgen zu können.

Kämpfe um Aleppo nach Feuerpause wieder voll entbrannt SN/APA (Archiv/AFP)/DANIEL LEAL-OLI

Die Feuerpause war von Russland am Donnerstag einseitig für elf Stunden ausgerufen worden und jeweils täglich bis Samstag verlängert worden. Auch wenn nachts weiter gekämpft wurde, hatte die offizielle Waffenruhe bis Samstagabend weitgehend gehalten. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden aber wieder Luftangriffe auf den Südwesten der Stadt geflogen.

Aufständische nahmen nach Angaben der Beobachtungsstelle ihrerseits das von Regierungstruppen gehaltene Viertel Hamdaniya unter schweren Beschuss. Die Rebellenallianz FSA forderte die Bewohner von Aleppo am Samstag auf, sich zu ihrer eigenen Sicherheit von Einrichtungen der Regierungstruppen fernzuhalten. Die FSA bereitet früheren Angaben zufolge einen Großangriff auf den Belagerungsring um Ost-Aleppo vor.

Aleppo war einst die größte Stadt Syriens. Weil sich hier Rebellen und Regierungstruppen direkt gegenüberstehen, ist sie zum Schauplatz der heftigsten Kämpfe in dem jahrelangen Bürgerkrieg geworden. Russland und die syrische Armee hatten Bewohner und Aufständische aufgefordert, Ost-Aleppo während der Feuerpause zu verlassen. Dem scheint kaum jemand nachgekommen zu sein. Die Lage der verbliebenen Bewohner ist katastrophal.

Die UN erklärten, sie hofften weiter auf eine Chance zur Versorgung der Bevölkerung. Während der Feuerpause führten UN-Vertreter fehlende Sicherheitsgarantien und Unterstützung als Grund an, warum sie die Bedürftigen nicht erreichen konnten. Die syrische Regierung hielt dem entgegen, sie habe längst grünes Licht gegeben und auch Busse und Krankenwagen bereitgestellt. Aber Angriffe von Rebellen auf die ausgewiesenen Wege behinderten die Transporte. Die Aufständischen hatten die Feuerpause nicht akzeptiert. Sie sahen darin lediglich einen Versuch der Regierung von Präsident Bashar al-Assad, die Stadt von politischen Gegnern zu entvölkern.

Eine Lösung des Syrien-Konflikts, der auf einen Aufstand gegen Assad zurückgeht, wird auch durch die Differenzen zwischen Russlands und der USA erschwert. Während die Moskauer Regierung hinter Assad steht, unterstützen die USA gemäßigte Rebellen in ihrem Kampf gegen die Führung in Damaskus.

Quelle: Apa/Ag.

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