Weltpolitik

Kambodschaner drohen wegen Dokumentarfilms drei Jahre Haft

Wegen seiner Mitwirkung an einem Dokumentarfilm über Kinderhandel drohen einem kambodschanischen Übersetzer in seiner Heimat bis zu drei Jahre Haft. Der 47-jährige Rath Rott Mony wurde nach seiner Abschiebung aus Thailand in Untersuchungshaft genommen. Er sitzt nun in einem Gefängnis von Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh, wie seine Ehefrau am Freitag mitteilte.

Demnach werfen ihm die Behörden vor, mit der Verbreitung von Falschnachrichten den Ruf des südostasiatischen Landes beschädigt zu haben. Mony hatte bei einem halbstündigen Dokumentarfilm mit dem Titel "Meine Mutter hat mich verkauft: Kambodscha, wo Jungfräulichkeit eine Ware ist" geholfen. Der Film wurde im Oktober vom russischen Fernsehsender "Russia Today" ausgestrahlt. Vergangene Woche versuchte er mit seiner Familie, über Thailand in die Niederlande auszureisen. Auf Bitten der kambodschanischen Behörden wurde er jedoch in Bangkok festgenommen und zurück nach Kambodscha gebracht.

Mony macht geltend, bei den Dreharbeiten nur als Übersetzer geholfen zu haben. Die Behörden des autoritär regierten Landes legen ihm zur Last, dass er Frauen und Mädchen instruiert haben soll, was sie zu sagen haben. Damit habe er bei der Verbreitung von gezielten Falschnachrichten geholfen. In Kambodscha ist seit mehr als drei Jahrzehnten Premierminister Hun Sen an der Macht. Gegen Kritiker geht er mit äußerst harter Hand vor.

Quelle: Apa/Dpa

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