Weltpolitik

Katalonien: Großer Zulauf zu neuer Separatistenbewegung

Der frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont lässt auch im Exil nicht locker: Zusammen mit seinem Nachfolger Quim Torra hat er eine neue politische Bewegung zur Abspaltung der Region von Spanien gestartet. Unter dem Namen "Crida Nacional per la Republica" (Katalanisch für: Nationaler Ruf nach der Republik) soll sie alle Befürworter einer Unabhängigkeit vereinen.

Separatistenführer Carles Puigdemont macht weiter Druck SN/APA (dpa)/Kay Nietfeld
Separatistenführer Carles Puigdemont macht weiter Druck

Die Bewegung erfreue sich riesigen Zulaufs, berichteten spanische Medien am Dienstag unter Berufung auf separatistische Politiker. Bereits in den ersten beiden Stunden nach der Verlesung eines Manifests bei einem Festakt in Barcelona am Montagabend hätten rund 3.500 Interessenten um Mitgliedschaft angesucht. Bis zum Dienstag am Vormittag seien es schon 13.000 gewesen.

Puigdemont hat das Projekt zusammen mit dem neuen katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra sowie dem Aktivisten und Politiker Jordi Sanchez aus der Taufe gehoben, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt. Im Herbst soll aus der Bewegung eine weitere Partei werden. Derzeit gibt es mindestens drei separatistische Parteien in der Region, von denen aber voraussichtlich nur eine - Puigdemonts PDeCAT - in dem neuen Projekt aufgehen wird. Die andere große Partei, Esquerra Republicana (ERC), hat bereits angekündigt, sich dem neuen Projekt nicht anschließen zu wollen.

"Wir sind stärker, wenn wir übergreifend und vereint handeln können", hatte Puigdemont am Montagabend erklärt. Er war per Video aus Deutschland zu dem Festakt in Barcelona zugeschaltet. Der 55-Jährige war im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums vom 1. Oktober zunächst nach Brüssel geflohen und hält sich derzeit in Deutschland auf. Die Justiz in Schleswig-Holstein will ihn wegen des Vorwurfs der Veruntreuung an Spanien ausliefern - aber nicht wegen Rebellion, dem Hauptvorwurf der spanischen Justiz.

Weitere katalanische Spitzenpolitiker sitzen in Untersuchungshaft. Dennoch hatten die Separatisten bei einer Neuwahl im Dezember erneut die Mehrheit errungen.

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