Weltpolitik

Kein Weihnachten für freigelassene Mädchen in Nigeria

Die von der Islamistengruppe Boko Haram nach rund dreijähriger Gefangenschaft freigelassenen 21 Mädchen sind zur Empörung ihrer Angehörigen in Nigeria daran gehindert worden, Weihnachten mit ihren Familien zu feiern. Eltern der Kinder beklagten sich am Mittwoch über das Verhalten von Behördenvertretern, hieß es.

Angehörige empört über Behördenvertreter.  SN/APA (AFP)/PHILIP OJISUA
Angehörige empört über Behördenvertreter.

Die am Freitag unter schwerer Bewachung nach Chibok eskortierten Ex-Gefangenen mussten stattdessen mehrere Tage im Haus eine örtlichen Abgeordneten zubringen. "Was hat es für einen Sinn, sie nach Hause zu bringen, wenn ihre Eltern sie nicht treffen können?", klagte ein Vater. Eine Mutter warf der Regierung vor, "absichtlich unsere Herzen in der Festtagszeit zu brechen". Den Mädchen war es auch verwehrt worden, den Weihnachtsgottesdienst zu besuchen. Präsidentensprecher Garba Shehu räumte in einer Erklärung ein, die zuständigen Beamten hätten ihre Anweisungen missverstanden. Die Mädchen waren bereits im Oktober freigekommen.

Boko Haram hatte im April 2014 in der Stadt Chibok 276 Mädchen aus einer Schule entführt. Fast 60 von ihnen gelang wenige Stunden später die Flucht, mehr als 200 wurden verschleppt. Zwei von ihnen gelangten im Mai in Freiheit. 21 weitere Mädchen kamen nach Verhandlungen der Regierung mit Boko Haram Mitte Oktober auf freien Fuß.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 25.09.2018 um 01:29 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/kein-weihnachten-fuer-freigelassene-maedchen-in-nigeria-573568

Schlagzeilen