Weltpolitik

KFOR: Belgrad wurde im Voraus über Polizeirazzia informiert

Die Razzia der kosovarischen Polizei im Norden des Kosovo, wegen der am Dienstag früh die serbischen Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt wurden, ist für Serbien keineswegs überraschend gekommen. Belgrad sei im Voraus über die Polizeirazzia informiert worden, erklärte der KFOR-Sprecher Vizenzo Grasso Mittwoch. Es habe keine Überraschungen gegeben.

Kosovarische Polizei ging gegen Schmuggler vor SN/APA (AFP)/STRINGER
Kosovarische Polizei ging gegen Schmuggler vor

"Die Situation war unter Kontrolle, wir haben sie anhaltend verfolgt. Wir haben einen guten Informationsaustausch und waren im Kontakt mit den serbischen Behörden", erklärte Grasso gegenüber dem Belgrader TV-Sender "Prva".

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic sagte am Dienstag im Parlament, dass die Streitkräfte, sollte es zu einer Gefährdung der serbischen Bevölkerung im Norden des Kosovo kommen, ihr Volk in Schutz nehmen würden. "Serbien wird siegen", unterstrich er, ohne dies näher zu erläutern. Er habe nie von einer Militärintervention im Kosovo gesprochen, hatte Vucic Stunden später gegenüber Medien relativiert.

Die Razzia, die auf Basis einer Gerichtsentscheidung erfolgte und bei der Verdächtigte wegen Warenschmuggel, organisierter Kriminalität und sonstigen Straftaten festgenommen wurden, hatte für große Beunruhigung in den vier, mehrheitlich von Serben bewohnten Gemeinden des Nord-Kosovos geführt. Die Alarmglocken läuteten seit den frühen Morgenstunden auch in Belgrad, wo zu dem Zeitpunkt eine Parlamentssitzung zur Kosovo-Frage im Gange war. Im Laufe der mehrstündigen Polizeirazzia wurden nach Angaben der kosovarischen Behörden 19 Polizisten festgenommen. Zwischenzeitlich war auch ein russischer UNO-Mitarbeiter festgenommen worden.

Quelle: APA

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