Weltpolitik

Kim Jong-un nach Singapur-Gipfel zu Besuch in Peking

Eine Woche nach seinem historischen Treffen mit US-Präsident Donald Trump sucht Kim Jong-un die Nähe zu China. Bereits zum dritten Mal seit März reiste Nordkoreas Machthaber ins Nachbarland und demonstrierte so Geschlossenheit mit Präsident Xi Jinping. Kim Jong-un wurde dabei von seiner Frau Ri Sol Ju begleitet.

Selbstverständlich gibt es massive Sicherheitsvorkehrungen SN/APA (AFP)/FRED DUFOUR
Selbstverständlich gibt es massive Sicherheitsvorkehrungen

Beobachter gingen davon aus, dass der Nordkoreaner die chinesische Führung über die Ergebnisse des Singapur-Gipfels unterrichtete und das weitere Vorgehen besprach. Kim Jong-un weiß, dass er mit der Unterstützung der Chinesen im Rücken entschiedener gegenüber Washington auftreten kann. Nordkorea hofft darauf, dass die internationalen Sanktionen gegen das Land so schnell wie möglich aufgehoben werden. Während die USA nach dem Treffen in Singapur verdeutlichten, dass dies erst nach einer vollständigen Denuklearisierung geschehen könne, hatte China dafür geworben, die Sanktionen schon früher zu lockern.

China galt als großer Gewinner des Gipfels zwischen den USA und Nordkorea, da Kim Jong-un bekräftigte, die atomare Abrüstung voranzutreiben zu wollen und Trump ankündigte, gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea in der Region einstellen zu wollen. Beides sind auch wichtige Forderungen Pekings.

Peking hatte bereits einen symbolischen Sieg errungen, bevor Trump und Kim Jong-un am vergangenen Dienstag zu ihrem historischen Handschlag ansetzten. Der nordkoreanische Führer und seine Delegation waren mit Sondermaschinen der chinesischen Fluggesellschaft Air China nach Singapur gereist. Mit den chinesischen Flugzeugen ging es für Kim dann auch zurück Richtung Heimat, was unterstreicht, wie sehr er Peking wieder vertraut.

Im Zuge seiner Charmeoffensive seit Jahresanfang hatte Kim Jong-un Ende März zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt 2011 überraschend China besucht und die alte Freundschaft wiederbelebt. Wenige Wochen später folgte ein weiteres Treffen mit Xi Jinping in der chinesischen Hafenstadt Dalian.

Nach Jahren der frostigen Beziehungen wegen seiner Atom- und Raketentests und der von China als größtem Handelspartner umgesetzten internationalen Sanktionen hatten sich beide Seiten dabei wieder angenähert und eine enge Abstimmung verabredet.

Kurz vor dem Besuch von Kim in Peking teilten die USA mit, alle Planungen für ein größeres gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea im August gestoppt zu haben. Auch das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte die Entscheidung, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Pentagon-Sprecherin Dana White erklärte, die Planungen für das Manöver mit dem Namen "Ulchi Freedom Guardian" seien suspendiert worden. Man sei noch dabei, weitere Schritte zu koordinieren. Über spätere Militärübungen sei noch nicht entschieden worden.

Trump hatte die Manöver provokant genannt. Er liegt mit dieser Einschätzung auf der Linie Nordkoreas. Das Pentagon hatte stets betont, die Übungen seien rein defensiver Natur. Der Stopp der Planungen gilt als Konzession sowohl an Nordkorea als auch an China.

Quelle: Apa/Dpa

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