Weltpolitik

Kneissl und Sachariewa für EU-Integration des Westbalkans

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) und ihre bulgarische Amtskollegin Ekaterina Sachariewa haben am Donnerstag bei Gesprächen in Sofia die Einigkeit beider Länder bezüglich der EU-Integration der Westbalkanländer betont. Zu den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei meinte Sachariewa, "hier gebe es einige Details, die sich unterscheiden, aber sehr viele Gemeinsamkeiten in den Positionen".

Kneissl mit Ekaterina Sachariewa SN/APA (AUSSENMINISTERIUM)/PHOTONEW
Kneissl mit Ekaterina Sachariewa

Die Türkei sei ein besonders wichtiger Partner im Kampf gegen den Terrorismus und in der Flüchtlingskrise, so Sachariewa. Durch das Abkommen der EU mit der Türkei sei es gelungen, die Zahl der Flüchtlinge, die nach Bulgarien kämen, um 84 Prozent zu reduzieren, betonte sie. Wichtig sei es jedenfalls den Dialog aufrechtzuerhalten. Für einen EU-Beitritt müssten aber alle Regeln bezüglich Rechtsstaatlichkeit eingehalten werden, sagte Sachariewa.

Kneissl erklärte, sie habe im Vorfeld ihrer Reise in die Türkei kommende Woche einige angenehme Telefonate mit ihrem Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu geführt. Das Wesentliche sei es, im Dialog zu bleiben, erklärte auch Kneissl. "Was die EU anbelangt, das ist ein anderes Dossier", so Kneissl.

Die österreichische Außenministerin lobte zudem die bulgarischen Bemühungen während der Flüchtlingskrise. Daher unterstütze Österreich auch "die bulgarischen Bemühungen dem Schengenraum beizutreten". Österreich werde sich während seiner EU-Ratspräsidentschaft jedenfalls für eine umfassende Reform der Migrations- und Asylpolitik einsetzen, betonte Kneissl.

Zum Abschluss der Reise stattete Kneissl auch noch dem bulgarischen Staatspräsidenten Rumen Radew einen Höflichkeitsbesuch ab. Radew betonte, er hoffe, dasss durch die Zusammenarbeit in der EU-Ratspräsidentschaft auch die bilateralen Beziehungen gestärkt werden könnten.

Bulgarien ist seit 2007 EU-Mitglied, gehört aber noch nicht zum grenzkontrollfreien Schengen-Raum und zur Eurozone. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker betonte bei seinem Besuch in Sofia jüngst seine Unterstützung für einen Euro- und Schengenbeitritt des ärmsten EU-Landes. Die Regierung in Sofia will den Antrag zum offiziellen Beitritt zur Eurozone in den nächsten sechs Monaten abgeben. Wegen Mängeln bei der Justiz und im Kampf gegen die Korruption steht Sofia zudem unter Sonderbeobachtung der EU-Kommission.

Quelle: APA

Aufgerufen am 26.09.2018 um 09:02 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/kneissl-und-sachariewa-fuer-eu-integration-des-westbalkans-23080969

Kommentare

Schlagzeilen