Weltpolitik

Konfrontationen auf Tempelberg an jüdischem Trauertag

Auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt ist es am jüdischen Trauertag Tisha Be-Av zu neuen Konfrontationen gekommen. Gläubige Muslime hätten aufgebracht auf die Ankunft einer jüdischen Besuchergruppe auf der heiligen Stätte reagiert, berichteten israelische Medien am Sonntag. Es sei zu Auseinandersetzungen mit israelischen Polizeikräften gekommen.

Konfrontationen auf Tempelberg an jüdischem Trauertag SN/APA (AFP)/AHMAD GHARABLI

Polizeisprecher Micky Rosenfeld teilte mit, etwa 300 jüdische Besucher seien auf den Tempelberg gekommen. Sieben davon seien von der Polizei entfernt worden, weil sie sich nicht angemessen verhalten hätten. Die Polizeipräsenz sei an dem Gedenktag in der Altstadt verstärkt worden.

Tausende gläubiger Juden versammelten sich zuvor an der Klagemauer am Fuße des Tempelbergs, um der Zerstörung jüdischer Tempel im Verlauf der Geschichte zu gedenken. Am Trauertag Tisha Be-Av fasten orthodoxe Juden, um an mehrere Schicksalsschläge des jüdischen Volkes zu erinnern.

Die Zerstörung des ersten jüdischen Tempels durch die Babylonier im Jahre 586 vor Christus und des zweiten jüdischen Tempels im Jahre 70 durch die Römer stehen im Zentrum des Gedenktags. Am Samstagabend wurden mit Beginn des Fastentags in Synagogen bei Kerzenlicht die Klagelieder Jeremias gelesen, während die Betenden zum Zeichen der Trauer auf dem Fußboden saßen.

Die Klagemauer liegt am Fuße des Tempelbergs. Auf dem Plateau befinden sich die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom, die nach der Überlieferung auf den Überresten des jüdischen Tempels errichtet wurden. Auf dem Tempelberg, drittheiligste Stätte des Islams, dürfen heute nur Muslime beten. Um die Gebets- und Besuchsrechte auf dem Plateau kommt es zwischen Israel und den Palästinensern immer wieder zu Streit. 

Israels Vize-Verteidigungsminister Eli Ben-Dahan schürte mit umstrittenen Äußerungen Ängste der Palästinenser vor israelischen Übernahmeplänen. "Wir schämen uns nicht, es zu sagen: Wir wollen den Tempel auf dem Tempelberg wieder errichten", sagte Ben-Dahan nach Angaben des rechts-religiösen Senders Arutz 7 am Samstagabend.

Quelle: Apa/Dpa

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