Weltpolitik

Kritik nach Journalistenmord: Maltas Polizeichef tritt ab

Seit der Ermordung einer regierungskritischen Journalistin gab es auf Malta Rücktrittsaufforderungen: Jetzt hat der maltesische Polizeichef Lawrence Cutajar sein Amt niedergelegt. Er wolle dem neuen Premierminister Robert Abela die Möglichkeit für eine Polizeireform geben, hieß es am Freitag laut der Regierung in Valletta.

Bereits 2017 gab es Rücktrittsaufforderungen an Cutajar SN/APA (AFP/Archiv)/MATTHEW MIRABEL
Bereits 2017 gab es Rücktrittsaufforderungen an Cutajar

Cutaja war seit August 2016 im Amt und stand in der Kritik, Korruptionsvorwürfe gegen Regierungsvertreter nicht verfolgt zu haben. Derzeit ernennt der Premierminister den Polizeichef. Dieses Verfahren soll jedoch geändert werden. Abgeordnete des Europaparlaments und Journalistenorganisationen hatten die Unabhängigkeit der maltesischen Polizei und Justizbehörden immer wieder in Frage gestellt.

Die Bloggerin Daphne Caruana Galizia war im Oktober 2017 mit einer Autobombe ermordet worden. Sie hatte zu Korruption in Regierung und Geschäftswelt recherchiert. Drei Männer wurden beschuldigt, den Mord ausgeführt zu haben. Zudem wurde Ende letzten Jahres der Geschäftsmann Yorgen Fenech angeklagt, hinter der Tat zu stecken. Er soll auch Kontakte zum damaligen Stabschef des Premiers Joseph Muscat gehabt haben. Muscat war in der Affäre vor einer Woche zurückgetreten.

Daphne Caruana Galizias Sohn Paul erklärte, die Familie habe seit dem Mord nicht nur den Rücktritt des Polizeikommissars gefordert, sondern auch den Muscats und des Generalstaatsanwalts. "Schaut zu, wie sie umfallen", twitterte er am Freitag.

Quelle: Apa/Dpa

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