Weltpolitik

Kroatentreffen in Bleiburg - Bedauern bei Grabar-Kitarovic

Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic bedauert die Entscheidung der Diözese Gurk-Klagenfurt, der umstrittenen Kroatenfeier bei Bleiburg ihren Segen zu verweigern, "zutiefst". Grabar-Kitarovic zeigte sich aber laut einer Mitteilung am Samstag zuversichtlich, dass die kroatische Bischofskonferenz eine Lösung zur Feier der Heiligen Messe finden werde, meldete die Nachrichtenagentur Hina.

Die kroatische Präsidentin ist eine gläubige Katholikin SN/APA (AFP)/JACQUES DEMARTHON
Die kroatische Präsidentin ist eine gläubige Katholikin

"Die Präsidentin der Republik Kroatien kann sich nicht in die Beziehungen zwischen kirchlichen Stellen einmischen. Als Kroatin und katholische Gläubige bedauert sie aber zutiefst die Entscheidung des Diözesanadministrators", hieß es in einer am Samstag auf der Internetseite der Präsidentin veröffentlichten Mitteilung. Grabar-Kitarovic sei aber "zuversichtlich, dass die kroatische Bischofskonferenz eine Lösung finden wird, die es den katholischen Gläubigen ermöglichen wird, öffentlich der Opfer von Bleiburg (...) zu gedenken".

Die Diözese Gurk-Klagenfurt hat die Genehmigung der Heiligen Messe mit der Begründung verweigert, dass im Vorjahr die Auflagen und Vorgaben für die Erlaubnis nicht eingehalten worden seien. Die Feier am Bleiburger Feld sei zum Teil politisch instrumentalisiert worden. Das Gesamterscheinungsbild der Veranstaltung am Loibacher Feld schade dem Ansehen der Katholischen Kirche, erklärte Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger am Freitag. Die kroatische Bischofskonferenz (HBK) warf der katholischen Kirche in Kärnten daraufhin "Respektlosigkeit gegenüber den Opfern" vor.

Die Gedenkfeier gilt seit Jahren als Treffpunkt von Ewiggestrigen, die in der Erinnerung an den faschistischen Vasallenstaat Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg schwelgen. Auch im Vorjahr gab es sieben Festnahmen und neun Anzeigen nach dem Verbotsgesetz. Sechs Teilnehmer wurden vor Gericht gestellt, fünf davon verurteilt. Dabei waren im Vorfeld der Feier politische Fahnen und Transparente ebenso untersagt worden wie einschlägige Abzeichen oder Uniformen.

Offizieller Gegenstand der Feier ist die Ermordung Tausender Ustascha-Soldaten nach der Kapitulation der Nationalsozialisten 1945. Rund 40.000 geflüchtete Soldaten, die aufseiten Deutschlands gekämpft hatten, wurden in Bleiburg mit ihren Familienangehörigen von der britischen Besatzungsmacht an die kommunistischen Einheiten Titos ausgeliefert. Tausende verloren an Ort und Stelle und auf dem Rückmarsch nach Jugoslawien gewaltsam ihr Leben.

Quelle: APA

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