Weltpolitik

Kroatien will keine Führungsmacht am Balkan sein

Der kroatische Ministerpräsident Milanovic ist Befürchtungen entgegengetreten, das künftige EU-Mitglied Kroatien könnte eine Hegemonialstellung in der Westbalkan-Region anstreben.

Kroatien will keine Führungsmacht am Balkan sein SN/apa (bundesheer/tatic)
Kroatien will kein regionaler Leader sein.

An dem Treffen hatten zahlreiche Spitzenpolitiker der Region, von EU-Staaten, der USA und nordafrikanischer Staaten teilgenommen. Österreich war durch Außenminister Spindelegger und Verteidigungsminister Darabos vertreten.

"Die Rolle Kroatiens ist wichtig, wir wollen ein aktives Mitglied sein, aber keine Leader", betonte Milanovic laut Nachrichtenagentur Hina. "Wir sind hier, um unseren Nachbarn zu helfen, weil wir menschliche und geschäftliche Interessen haben", so Milanovic, der sich wünschte, dass "wir alles, was uns 20 Jahre lang verfolgt hat, hinter uns lassen".

Beim 7. Croatia Summit mit dem Thema "Aufbau eines Staates und EU-Erfahrungen" fehlte, wie in den Jahren zuvor, der offizielle Vertreter Serbiens, weil Kroatien den kosovarischen Ministerpräsidenten Thaci eingeladen hatte. Allerdings kam überraschend der kürzlich abgewählte serbische Präsident Tadic, der von Milanovic persönlich eingeladen war. Tadic und Thaci gaben sich nach dem Gipfel die Hand.

Kroatien gehört der NATO an und soll am 1. Juli 2013 der Europäischen Union beitreten, wird jedoch in seiner EU-Annäherung wieder von ungelösten bilateralen Fragen mit Slowenien eingeholt. Nachdem Ljubljana die Beitrittsgespräche mit Zagreb wegen des Grenzstreits fast ein Jahr lang blockiert hatte, geht es nun um kroatische Deviseneinlagen bei der slowenischen Ljubljanska banka. Sloweniens Außenminister Erjavec hat Kroatien am heutigen Samstag vorgeworfen, eine vor zwei Jahren erzielte Vereinbarung wieder gebrochen zu haben.

Quelle: APA

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