Weltpolitik

Künftiger UNO-Chef will Trump so schnell wie möglich treffen

Der künftige UNO-Generalsekretär Antonio Guterres will "so schnell wie möglich" den gewählten US-Präsidenten Donald Trump treffen. Er habe kürzlich ein "hervorragendes Arbeitstreffen" mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin gehabt und hoffe, dass das auch mit Trump der Fall sein werde, sagte Guterres am Mittwoch. Er sei an einem "konstruktiven Dialog mit der neuen US-Regierung" interessiert.

Der Portugiese Guterres übernimmt das Amt des Generalsekretärs zum Jahreswechsel von dem Südkoreaner Ban Ki Moon. Trump löst im Jänner Barack Obama als US-Präsident ab. Im Wahlkampf und auch nach seiner Wahl hatte Trump immer wieder kritische Töne gegenüber der UNO angeschlagen. Die USA sind Vetomacht im Weltsicherheitsrat.

Am Mittwoch legte Trump nach. Die UNO habe ein "enormes Potenzial" gehabt, sei diesem aber nicht gerecht worden, sagte er zu Journalisten in Florida. "Wann sehen Sie die Vereinten Nationen Probleme lösen? Das tun sie nicht. Sie schaffen Probleme." Wenn sie ihr Potenzial nutze, sei die UNO "eine großartige Sache", fuhr Trump fort. "Wenn nicht, ist sie Zeit- und Geldverschwendung."

Trump telefonierte indes nach seiner harschen Kritik an Amtsinhaber Barack Obama mit dem Demokraten. "Er hat mich angerufen, wir hatten eine sehr nette Unterhaltung", sagte Trump am Mittwochabend in West Palm Beach vor Reportern. Wenige Stunden zuvor hatte er sich im Kurznachrichtendienst Twitter noch über Aussagen Obamas beschwert.

Trump hatte die Haltung der scheidenden Regierung in den vergangenen Tagen wiederholt kritisiert und zugleich mit eigenen Forderungen von sich Reden gemacht. Eigentlich ist es in den USA üblich, dass sich der gewählte Präsident während der Übergangsphase aus dem politischen Tagesgeschäft raushält, und die Politik des Vorgängers nicht kommentiert.

Trump brach mit der Gepflogenheit und Obama hielt zunehmend dagegen - nicht ohne den Zorn des Republikaners auf sich zu ziehen. In einer Twitternachricht erklärte Trump Mittwochfrüh, er tue sein Bestes, um die "hetzerischen" Stellungnahmen Obamas zu ignorieren. Er habe geglaubt, dass es eine nahtlose Übergabe der Amtsgeschäfte geben werde. Dem sei aber nicht so. Am Abend bezeichnete er die Übergangsphase dagegen als reibungslos.

Quelle: Apa/Ag.

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