Weltpolitik

Kurdenmiliz startete finale Offensive gegen IS in Ost-Syrien

Die Aussage von US-Präsident Donald Trump, dass alle vom IS-kontrollierten Gebiete in Syrien zurückerobert worden seien, ist international auf heftigen Widerspruch gestoßen. Die Darstellung stimme nicht, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel-Rahman am Freitag.

Seit Tagen waren Zivilisten aus dem Gebiet evakuiert worden SN/APA (AFP)/DELIL SOULEIMAN
Seit Tagen waren Zivilisten aus dem Gebiet evakuiert worden

"Einige Höfe in Baghouz werden noch von IS-Kämpfern gehalten und wir gehen davon aus, dass auch noch Zivilisten dort sind", sagte Abdel-Rahman. Mitte Februar hatten die von den USA unterstützten und von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) eine Offensive auf den letzten vom IS kontrollierten Ort in Syrien gestartet. Baghouz liegt im Osten Syriens am Euphrat und in unmittelbarer Nähe zur Grenze des Iraks.

Inzwischen habe der Kampf gegen die letzten verbliebenen IS-Kämpfer in Baghouz begonnen, sagte Adnan Afrin, ein Sprecher der SDF, am Freitag. In den vergangenen Tagen seien die Kämpfe aus Rücksicht auf die Zivilisten eingestellt worden. Alle Zivilisten seien in Sicherheit gebracht worden. "Jeder, der sich jetzt noch in dem Gebiet befindet, wird als Feind angesehen", sagte Afrin. In dem von Tunneln und Höhlen durchzogenen Gebiet gebe es noch zahlreiche Selbstmordattentäter. Insgesamt schätzte er die Zahl in Baghouz verbliebenen IS-Kämpfer auf 1.000 bis 1.500.

Am Donnerstag hatte Trump erklärt, dass alle vom Islamischen Staat kontrollierten Gebiete inzwischen zurückerobert worden seien. "Das Gebiet, das Land, wir haben 100 Prozent", sagte er auf dem Rückflug aus Vietnam bei einer Zwischenlandung vor US-Soldaten in Alaska. Auch CNN-Reporter Ben Wedeman zweifelte die Erklärung des US-Präsidenten umgehend auf Twitter an: "Ich bin seit 28 Tagen in Syrien und berichte über die Offensive. Ich kann @realdonaldtrump versichern, dass das NICHT der Fall ist."

Der neue Syrienbeauftragte der Vereinten Nationen, Geir Pedersen, mahnte zudem zur Vorsicht: "Nichtsdestoweniger ist der Konflikt weit davon entfernt, zu Ende zu sein", sagte Pedersen ebenfalls am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat. "Der IS ist nahezu besiegt, was das Territorium betrifft. Aber die Erfahrung zeigt, er kann zurückkommen."

Auch im benachbarten Irak hatte die Regierung bereits im vergangenen Jahr den Sieg über die Jihadisten verkündet. Allerdings kommt es dort weiterhin zu Anschlägen, die der IS für sich reklamiert.

Quelle: Apa/Dpa

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