Weltpolitik

Le Pen nicht mehr für Wiedereinführung der Todesstrafe

Die rechtsextreme französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen will sich in ihrem Wahlprogramm nicht mehr für eine Wiedereinführung der Todesstrafe einsetzen. Sie fordere aber eine "wirkliche" lebenslange Haftstrafe für besonders schwere Verbrechen, sagte die Vorsitzende der Front National (FN) am Dienstag französischen Medien - also lebenslang Gefängnis ohne Aussicht auf Haftentlassung.

Marine Le Pen wird Stichwahl erreichen.  SN/APA (AFP)/FRANCOIS LO PRESTI
Marine Le Pen wird Stichwahl erreichen.

Eine Hintertür für eine Rückkehr zur Todesstrafe soll es aber doch geben: Die Franzosen könnten die Todesstrafe über eine Volksinitiative wieder einführen, sagte Le Pen. Die Front-National-Chefin will bei einem Sieg bei der Präsidentschaftswahl im April und Mai Referenden ermöglichen, wenn sich mindestens 500.000 Franzosen dafür aussprechen. Eine solche Volksinitiative ist in Frankreich bisher freilich nicht möglich.

Die Todesstrafe wurde 1981 in Frankreich abgeschafft. Die Front National fordert seitdem ihre Wiedereinführung. Parteichefin Le Pen selbst sprach sich unter anderem nach dem Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" im Jänner 2015 für die Todesstrafe aus.

Die 48-Jährige wird am kommenden Wochenende in der ostfranzösischen Stadt Lyon ihr Wahlprogramm vorstellen. Laut Umfragen könnte die rechtsextreme Politikerin in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl auf dem ersten Platz landen - ein Sieg in der Stichwahl galt bisher aber als nahezu ausgeschlossen.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 14.11.2018 um 12:58 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/le-pen-nicht-mehr-fuer-wiedereinfuehrung-der-todesstrafe-475999

Schlagzeilen