Weltpolitik

Leer stehende Wohnung von Karadzic von Migranten besetzt

Eine seit Jahren leer stehende Wohnung des ehemaligen Präsidenten der Republika Srpska, Radovan Karadzic, in Sarajevo ist von einer Migrantengruppe besetzt worden. Laut bosnischen Medienberichten seien mindestens fünf Personen in die Wohnung eingezogen. Im selben Wohnhaus befindet sich auch eine Wohnung von Karadzics Frau, Ljiljana Zelen.

Diese Wohnung wurde den Angaben zufolge nicht von Migranten besetzt. Bosnien ist seit Jahresbeginn mit wachsenden Migrantenzahlen konfrontiert. Die meisten versuchen allerdings, eine vorläufige Bleibe auf dem Gebiet von Bihac und Velika Kladusa, unweit der Grenze zu Kroatien, zu finden.

Unter Karadzics Oberbefehl stürmten serbische Truppen 1995 die damalige UNO-Schutzzone im bosnischen Srebrenica und ermordeten 8.000 muslimische Burschen und Männer. Deshalb hatte das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) den Ex-Präsidenten 2016 in erster Instanz zu 40 Jahren Haft verurteilt. Karadzic, der gegen das Urteil Berufung einlegte, wartet im Gefängnis des UNO-Tribunals auf das rechtskräftige Urteil.

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