Weltpolitik

Libyens Küstenwache stoppte 500 Menschen in drei Tagen

Die libysche Küstenwache hat seit Freitag fünf Flüchtlingsboote mit rund 500 Menschen an Bord gestoppt. Das berichtete die italienische Tageszeitung "La Stampa" am Montag. Italien und die EU hatten sich vergangene Woche mit Libyen darauf verständigt, dem nordafrikanischen Land zur Eindämmung der Fluchtbewegung und im Kampf gegen das Schlepperwesen unter die Arme zu greifen.

In der vergangenen Woche hielt die libysche Küstenwache Boote mit insgesamt 1.200 Migranten auf und brachte sie zurück auf das Festland. Der von einem jahrelangen Bürgerkrieg zerrüttete Staat ist das wichtigste Transitland für Migranten, die von Afrika aus nach Europa wollen.

Die starke Fluchtbewegung nach Italien dauert unterdessen an: Seit Mittwoch wurden 4.200 Migranten bei verschiedenen Einsätzen im Mittelmeer in das EU-Land gebracht. Insgesamt haben seit Anfang 2017 bereits knapp 8.000 Menschen auf diesem Weg Italien erreicht. Hält dieser Trend weiter an, dürfte Italien 2017 wieder eine Rekordzahl an Migranten verzeichnen. Im vergangenen Jahr lag sie bei 181.000 Ankünften.

Einen Tag vor dem EU-Sondergipfel am Freitag hatten Rom und die von der UNO und EU anerkannte libysche "Regierung der nationalen Einheit", die allerdings weiter nicht alle Landesteile unter Kontrolle hat, eine Vereinbarung getroffen. Demnach sollen die libysche Küstenwache und der Grenzschutz im Kampf gegen illegale Einwanderung unterstützt werden. Auch finanzielle Unterstützung wurde der Regierung von Fayez al-Sarraj zugesagt.

Vor der griechischen Halbinsel Peloponnes rettete die griechische Küstenwache in der Nacht auf Montag unterdessen fast 70 in Seenot geratene Migranten. Das Boot mit den Flüchtlingen wurde zum kleinen Hafen von Velanidia auf der im Osten liegenden Landzunge der Halbinsel geschleppt, berichtete das Staatsradio unter Berufung auf die Küstenwache.

Die Menschen hatten am Sonntag ein Notsignal gesendet. Ihr Boot trieb nach einem Motorschaden herrenlos dahin. Die Polizei vermutete, dass die Migranten von der türkischen Küste gestartet und auf dem Weg nach Italien gewesen seien. Nach der Schließung der Balkanroute versuchen Menschen auf abenteuerliche Weise, auf der viel gefährlicheren Route über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen.

Quelle: Apa/Dpa

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