Weltpolitik

Luftangriff auf Spital im Jemen wurde mit US-Bombe geflogen

Bei dem tödlichen Luftangriff auf ein Krankenhaus im Jemen Mitte August ist nach Angaben von Amnesty International eine in den USA produzierte Fliegerbombe eingesetzt worden. Unabhängige Experten hätten bei der Auswertung von Fotos von der Angriffsstelle herausgefunden, dass eine US-Präzisionsbombe vom Typ Paveway genutzt worden sei, teilte die Menschenrechtsorganisation am Montag mit.

Für den Angriff wurde die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition verantwortlich gemacht. Der Amnesty-Experte Philip Luther nannte es "empörend", dass die Militärkoalition immer noch von anderen Ländern mit Waffen beliefert werde, darunter gelenkte und ungelenkte Bomben. Es gebe eindeutige Belege dafür, dass diese Waffen für Angriffe auf Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen sowie andere "schwerwiegende Verstöße gegen humanitäres Völkerrecht" genutzt würden.

Bei dem Luftangriff auf eine von Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstützte Klinik in Abs in der Rebellenprovinz Haja im Norden des Jemen waren am 15. August 19 Menschen getötet worden. Es war bereits der vierte und bisher tödlichste Angriff auf ein MSF-Krankenhaus im Jemen. Als Konsequenz zog die Hilfsorganisation ihre Mitarbeiter aus sechs Krankenhäusern im Norden des Jemen ab.

Im Jemen wütet ein Bürgerkrieg zwischen den schiitischen Houthi-Rebellen und den Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi. Seit der Intervention der sunnitischen Militärkoalition im März 2015 wurden in dem Konflikt nach UN-Angaben mehr als 6.600 Menschen getötet, die meisten davon Zivilisten.

Quelle: Apa/Ag.

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