Weltpolitik

Luftangriffe auf Houthi-Stellungen in Jemens Hauptstadt

Im Jemen nimmt die Gewalt in der Hauptstadt Sanaa wieder zu. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition flog am Mittwoch Angriffe auf Houthi-Stellungen in Sanaa. Ziele seien eine Drohnen-Fabrik und eine Lagerhalle mit Raketenabschussrampen gewesen, teilte ein Sprecher der Koalition mit. Berichte über Verletzte gab es keine.

Zerstörungen in Sanaa nach Luftangriffen SN/APA (AFP)/MOHAMMED HUWAIS
Zerstörungen in Sanaa nach Luftangriffen

Der von den Houthi kontrollierte Sender Masirah TV berichtete, aufgrund der Angriffe sei in einer Plastikfabrik Feuer ausgebrochen.

Obwohl ein im Dezember vereinbarter Waffenstillstand für die Hafenstadt Hodeida weitgehend hält, nehmen die Spannungen andernorts im Jemen wieder zu. Am Sonntag kamen bei einer Explosion in der Nähe von zwei Schulen zwölf Schülerinnen ums Leben, wie die Vereinten Nationen und von Houthi kontrollierte Medien berichteten. Die Umstände sind unklar.

Die Houthi-Rebellen kontrollieren den Großteil des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die Houthis werden vom Iran unterstützt, die jemenitische Regierung von Saudi-Arabien. Seit Beginn des Bürgerkriegs 2015 sind Zehntausende Menschen gestorben, zehn Millionen sind von einer Hungersnot bedroht. Bereits zum dritten Mal ist die Cholera ausgebrochen.

Die unter UN-Vermittlung geführten Friedensgespräche stecken fest. Deutschland wolle sich nun mehr um die Konfliktlösung bemühen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch im Bundestag. Dazu habe das Kabinett eine deutsche Beteiligung an den Anstrengungen beschlossen, das Friedensabkommen für Hodeida umzusetzen. Dabei geht es nach Angaben des Auswärtigen Amtes um die Entsendung von bis zu fünf Soldaten sowie fünf Polizisten.

Das deutsche Engagement ist auch vor dem Hintergrund der Debatte um das Waffenexportstopp der Bundesregierung an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zu sehen. In der Regierung gibt es die Hoffnung, dass eine Deeskalation der Lage im Jemen im Oktober eine Aufhebung des von den EU-Partnern kritisch gesehenen Embargos erlaubt. Nicht zuletzt wegen der saudi-arabischen Rolle im Krieg im Jemen hatte die Bundesregierung das einseitige deutsche Moratorium verhängt.

Quelle: Apa/Ag.

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