Weltpolitik

Luftschlag in Afghanistan tötete 16 Zivilisten

Bei einem Luftangriff in der Nacht auf Donnerstag in der südafghanischen Provinz Helmand sind mindestens 16 Zivilisten getötet worden. Mindestens drei weitere seien verwundet worden, sagten zwei Provinzräte am Donnerstag. Der Luftangriff habe im Bezirk Sangin ein Wohnhaus getroffen, sagte der Provinzrat Attaullah Afghan.

Der Bezirk wird zu einem großen Teil von den radikalislamischen Taliban kontrolliert. Es gebe keine Information darüber, ob der Luftschlag von der US- oder der afghanischen Luftwaffe durchgeführt wurde. Laut einem Bericht der UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) ist die Zahl der zivilen Opfer durch Luftangriffe bis Ende September um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Demnach kamen in den ersten neun Monaten 2018 mindestens 313 Zivilisten bei Luftangriffen ums Leben, 336 weitere wurden verletzt. Der Großteil des Anstiegs sei auf vermehrte Luftangriffe der internationalen Kräfte zurückzuführen.

Seit rund zwei Monaten verüben die afghanischen Streitkräfte und ihre US-Verbündeten vermehrt gezielte Angriffe auf Taliban-Kommandanten. Laut dem Militärexperten Mohammed Aghul Mujahid herrscht bei der afghanischen Regierung und den USA die Überzeugung, bestimmte Feldkommandeure stünden einem Friedensschluss entgegen.

Derzeit laufen Bemühungen, den langwierigen Krieg über Verhandlungen zu beenden. Aktuell treffen sich Vertreter der US-Regierung sowie hochrangige Taliban im Golfemirat Katar. Diese Gespräche sollen Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban auf den Weg bringen. Mehreren Quellen zufolge sei in den jetzigen Gesprächen, die bereits den vierten Tag andauern, ein Durchbruch möglich.

Quelle: Apa/Dpa

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