Weltpolitik

Maaßen hatte Echtheit von Chemnitz-Video nicht überprüft

Der deutsche Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen soll die Echtheit eines Videos von den Chemnitzer Ausschreitungen ohne Überprüfung durch Fachleute angezweifelt haben. Erst nachdem Maaßen die Authentizität der im Internet zugänglichen Aufnahme angezweifelt habe, hätten Fachleute seiner Behörde sich mit der Glaubwürdigkeit beschäftigt, berichtete die "Welt" am Dienstag.

Maaßen zweifelte die Authentizität des Videos an SN/APA (dpa/Archiv)/Kay Nietfeld
Maaßen zweifelte die Authentizität des Videos an

Das Video steht als Beleg für die Vorwürfe, bei den Chemnitzer Ausschreitungen sei es zu Hetzjagden auf ausländisch aussehende Menschen und rechtsextremistische Übergriffe gekommen. In der Aufnahme ist zu sehen, wie an einem Chemnitzer Platz mehrere Männer zwei andere bedrohen, die weglaufen, als ein Mann einem der beiden entgegenrennt. Vergangenen Freitag hatte die "Bild"-Zeitung Äußerungen von Maaßen veröffentlicht, nach denen es keine belastbaren Informationen über Hetzjagden gab und auch keine Belege für die Authentizität des Videos.

Die Äußerungen des Verfassungsschutz-Präsidenten hatten parteiübergreifend Empörung ausgelöst. Kritiker werfen ihm vor, die Chemnitzer Geschehnisse verharmlosen zu wollen. Parteiübergreifend wird seine Eignung als Chef des Verfassungsschutzes in Zweifel gezogen. Am Mittwoch soll sich Maaßen vor dem parlamentarischen Kontrollgremium und dem Bundestagsinnenausschuss verantworten.

Unterdessen wurde bekannt, dass ein Mann, der in Chemnitz ausländisch aussehende Menschen attackiert haben soll, Mitarbeiter einer bundesweit tätigen Sicherheitsfirma gewesen sein soll. Laut dem ZDF-Magazin "Frontal 21" erklärte ein Sprecher des Unternehmens Securitas, dass man sich Ende "mit sofortiger Wirkung von dem Mitarbeiter getrennt" habe.

Die Entlassung des Mannes sei "weniger als zwölf Stunden, nachdem uns das Video bekannt wurde", erfolgt. "Securitas Deutschland hat gegenüber rechtsradikaler oder fremdenfeindlicher Gesinnung eine Null-Toleranz-Politik", sagte der Unternehmenssprecher.

Quelle: Apa/Ag.

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