Weltpolitik

Macron im Rennen um Elysee-Palast vorn

Im Rennen um die französische Präsidentschaft hat der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron Umfragen zufolge die größten Chancen auf den Einzug in den Elysee-Palast. Er profitiert von einer Korruptionsaffäre des lange favorisierten konservativen Konkurrenten Francois Fillon, der zusehends unter Druck gerät. Zwei Drittel der Wähler wünschen sich, dass dessen Partei den Kandidaten austauscht.

Noch gilt Emmanuel Macron als Favorit.  SN/APA (dpa)/Soeren Stache
Noch gilt Emmanuel Macron als Favorit.

Bei der in zwei Runden geteilten Präsidentenwahl winkt dem früheren Wirtschaftsminister Macron mit 66 Prozent ein Triumph über seine rechtsextreme Widersacherin Marine Le Pen von der Front National: In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Opinionway wird die Chefin des Front National zwar die erste Runde am 23. April für sich entscheiden. In der Stichwahl am 7. Mai dürfte sie Macron aber mit nur gut einem Drittel aller Stimmen klar unterliegen.

In der heißen Phase des Wahlkampfs fliegen die Schmutzkübeln aber tief. So sah sich Macron veranlasst, Spekulationen über eine außereheliche Affäre mit einem Mann aus der Welt zu schaffen. Seine Sprecherin erklärte, Macron habe ein "klares Dementi" abgegeben. Der 39-Jährige ist seit 2007 mit seiner früheren Lehrerin Brigitte Trogneux verheiratet. Die seit Jahren wabernden Gerüchte über ein Doppelleben des Politikers waren kürzlich von russischen Medien aufgegriffen worden.

Macron war bis Sommer 2016 Wirtschaftsminister unter dem sozialistischen Präsidenten Francois Hollande, der angesichts schwacher Umfragewerte auf eine erneute Kandidatur verzichtete. Der sozialliberale Macron wird von keiner etablierten Partei unterstützt und gründete seine eigene Bewegung "En Marche", die er innerhalb kürzester Zeit zu einer Hausmacht ausbaute.

Der lange Zeit wie der sichere Sieger aussehende Konservative Fillon gerät hingegen immer stärker ins Hintertreffen. Der Umfrage zufolge droht ihm bereits in der ersten Wahlrunde das Aus: Hinter Le Pen (25 Prozent) und Macron (23 Prozent) würde er mit 20 Prozent abgeschlagen auf dem dritten Platz landen und ausscheiden.

Ob es dazu kommt, ist unklar: 65 Prozent der Wähler plädierten in einer Umfrage des Instituts Harris Interactive dafür, dass die Konservativen einen anderen Kandidaten ins Rennen schickten. Im konservativen Lager selbst stehen demnach allerdings 59 Prozent der Befragten weiter hinter dem Politiker.

Die Umfrage entstand nach Fillons Entschuldigung am Montag. Der 62-Jährige geriet in jüngster Zeit wegen der Affäre um die Beschäftigung seiner Frau Penelope immer stärker unter Druck, für einen anderen Kandidaten Platz zu machen.

FN-Chefin Le Pen griff ihren Konkurrenten am Montag scharf an. Der Spitzenkandidat der Konservativen habe sich zwar für die Beschäftigung seiner Frau und seiner beiden Kinder entschuldigt, doch gleichzeitig erklärt, alles sei legal gewesen. "Ich kann mir keinen Reim darauf machen, was Francois Fillon macht und sagt", sagte sie gegenüber Medien.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 19.11.2018 um 06:55 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/macron-im-rennen-um-elysee-palast-vorn-395917

Schlagzeilen