Weltpolitik

Macron und Le Pen fast gleichauf, Neue Vorwürfe gegen Fillon

Der parteiunabhängige Kandidat bei der französischen Präsidentenwahl, Emmanuel Macron, hat einer Umfrage zufolge seinen Rückstand gegen die Rechtsextreme Marine Le Pen in der ersten Wahlrunde fast aufgeholt.

Le Pen liegt in der Umfrage nur knapp vorne.  SN/APA (AFP)/JOEL SAGET
Le Pen liegt in der Umfrage nur knapp vorne.

Auf Macron würden im ersten Wahlgang am 23. April 25,5 Prozent der Stimmen (plus 1,5 Punkte) entfallen, auf Le Pen 26 Prozent (minus eins), wie aus der am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Elabe-Instituts hervorging. In der Stichwahl am 7. Mai würde sich Macron klar mit 60 Prozent zu 40 Prozent gegen Le Pen durchsetzen.

Der wegen eines Finanzskandals angeschlagene Kandidat der konservativen Republikaner, Francois Fillon, würde der Umfrage zufolge mit 19 Prozent (unverändert) den Einzug in die zweite Runde verfehlen. Dies gilt auch für die Kandidaten der bisher regierenden Sozialisten, Benoit Hamon (13,5 Prozent), und der Linken, Jean-Luc Melenchon, (zwölf Prozent) auf den Plätzen vier und fünf.

Gegen den angeschlagenen französischen Präsidentschaftskandidaten Francois Fillon wurden indes neue Vorwürfe laut. Die Satire- und Investigativzeitung "Le Canard Enchaine" berichtete vorab aus ihrer Mittwochsausgabe, Fillon habe von einem befreundeten Milliardär einen Privatkredit von 50.000 Euro erhalten und diesen nicht wie vorgeschrieben den Behörden gemeldet.

Zudem stehe der Verdacht der Bestechlichkeit im Raum. Die Zeitung schreibt, Fillon habe das Geld im Jahr 2013 von dem befreundeten Geschäftsmann Marc Ladreit de Lacharriere erhalten. Der konservative Abgeordnete habe den Betrag aber nicht bei der Behörde für Transparenz in der Politik angegeben, die über die Integrität von Abgeordneten und Amtsinhabern wacht.

Die Ermittler vermuten laut der Zeitung, dass Fillon den Kredit für eine Gegenleistung erhielt: Als Premierminister hatte er sich 2011 dafür eingesetzt, dass der Geschäftsmann eine besondere Auszeichnung der französischen Ehrenlegion erhielt. Zudem ist Ladreit de Lacharriere nach früheren Angaben des "Canard Enchaine" auch in die Affäre um die mögliche Scheinbeschäftigung von Fillons Frau verstrickt. Der Unternehmer soll sie bei einer Zeitschrift beschäftigt haben, Penelope Fillon erhielt dafür 100.000 Euro.

Fillon steht auch selbst unter Verdacht, seine Frau und zwei seiner Kinder zum Schein beschäftigt zu haben. Die Justiz ermittelt deshalb wegen der Veruntreuung von Staatsgeldern. Die Spitze seiner Partei Die Republikaner hatte sich am Montagabend demonstrativ hinter Fillon gestellt, der lange Zeit als Favorit für die Präsidentschaftswahl im April und Mai galt.

Quelle: Apa/Ag.

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