Weltpolitik

Malis Verteidigungsminister nach Jihadistenangriff entlassen

Nach der vorübergehenden Eroberung einer Stadt durch Jihadisten ist der malische Verteidigungsminister Tieman Hubert Coulibaly entlassen worden. Coulibaly sei nach einer Reihe von Angriffen auf Regierungs- und Militäreinrichtungen in den vergangenen Monaten seines Amtes enthoben worden, erklärte die Regierung in Bamako am Samstagabend.

Am Freitag hatten Jihadisten die Stadt Boni im Zentrum des Landes vorübergehend eingenommen, am Samstag hatte die Armee die Stadt zurückerobert. Die Extremisten hatten die Stadt in der Region Mopti am Freitag überfallen und in Richtung mehrerer Regierungsgebäude geschossen, sagte ein Vertreter der örtlichen Regierung der Nachrichtenagentur AFP.

Das Büro des Bürgermeisters der mehrere tausend Einwohner zählenden Stadt wurde in Brand gesetzt. Die Armee hatte sich nach dem Einmarsch der Jihadisten vorübergehend aus der Nähe der Stadt zurückgezogen. Aus Kreisen der Stadtverwaltung hieß es, die Angreifer hätten bei ihrem Abzug einen Beamten verschleppt.

Um wen es sich bei der bewaffneten Extremistengruppe handelte, blieb zunächst unklar. Der Norden des Landes war im Frühjahr 2012 in die Hände von Jihadistengruppen gefallen. Französische Streitkräfte starteten Anfang 2013 eine Offensive und drängten die Islamisten zurück. Die Sicherheitslage bleibt aber angespannt, zuletzt gab es auch im Zentrum und im Süden von Mali immer wieder Angriffe.

Quelle: Apa/Ag.

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