Weltpolitik

Mehr als 300 Rohingyas in Bangladesch festgenommen

Nach einem gescheiterten Fluchtversuch nach Malaysia hat die Küstenwache in Bangladesch mehr als 300 Rohingya-Muslime festgenommen. Es handle sich überwiegend um Frauen und Kinder, die am Mittwochabend im Süden des Bezirks Cox's Bazar an Land gegangen seien, sagte Sohle Rana von der Küstenwache.

Die Flüchtlinge seien in das südasiatische Land zurückgekehrt, nachdem ihrem Schiff der Zugang zu malaysischen Gewässern verwehrt worden sei. Die Rohingyas hatten sich demnach bereits vor mehr als zwei Monaten auf den Weg gemacht. Nach Angaben des örtlichen Verwaltungsbeamten Saiful Islam waren mindestens 28 Menschen auf der Reise gestorben.

Mehr als eine Million Rohingyas leben in über 30 Flüchtlingslagern im Bezirk Cox's Bazar. Gut 700.000 von ihnen waren vor zwei Jahren innerhalb kurzer Zeit vor Militärgewalt aus dem Nachbarland Myanmar nach Bangladesch geflohen. Die Angehörigen der muslimischen Minderheit werden in ihrem Heimatland seit Jahrzehnten diskriminiert. UNO-Ermittler sprechen von einem "anhaltenden Völkermord".

Im Kampf gegen das Coronavirus hatte Bangladesch vor einer Woche Cox's Bazar abgeriegelt. Der Zutritt und das Verlassen des Bezirks sind seitdem verboten.

Nach wochenlanger Flucht auf einem Schiff wurden unterdessen fast 400 Rohingya von der Küstenwache in Bangladesch gerettet. Die Menschen seien 58 Tage auf See gewesen, die letzten sieben Tage habe das Schiff in bangladeschischen Gewässern getrieben. Die Rohingya stammen mutmaßlich aus Flüchtlingslagern an der Südkostküste von Bangladesch und waren auf dem Weg nach Malaysia.

Quelle: Apa/Dpa

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