Weltpolitik

Mehrere blutige Zwischenfälle in Jerusalem

Mehrere Zwischenfälle haben in Jerusalem das vierte Freitagsgebet des Fastenmonats Ramadan überschattet. Dazu waren um die Mittagszeit wieder Zehntausende Muslime aus Israel und dem Westjordanland erwartet worden. In den frühen Morgenstunden verletzte ein 19-Jähriger in der Nähe des Damaskus-Tors bzw. des Jaffators der Altstadt zwei Israelis mit Messerstichen, wie israelische Medien melden.

Erhöhte Präsenz der Sicherheitskräfte in Jerusalem SN/APA (AFP)/THOMAS COEX
Erhöhte Präsenz der Sicherheitskräfte in Jerusalem

Der 19-jährige Palästinenser wurde nach dem Attentat von Sicherheitskräften erschossen. Eines der beiden Opfer, ein 47-Jähriger, befindet sich nach dem Angriff laut Polizei in Lebensgefahr. Ein 16-Jähriger sei leicht verletzt.

Ebenfalls Freitagfrüh war ein 16-jähriger Palästinenser von israelischen Militärs am Rand von Bethlehem erschossen worden. Er habe versucht, am offiziellen Checkpoint vorbei illegal nach Jerusalem zu gelangen, wie das Gesundheitsministerium in Ramallah mitteilte. Er habe zum Freitagsgebet zur Al-Aksa-Moschee in der Jerusalemer Altstadt gelangen wollen. Die Altstadt dürfen jedoch während des am 5. Mai begonnenen Fastenmonats Ramadan nur Männer über 40 Jahre und Kinder bis 13 sowie Frauen jeden Alters ohne Sondergenehmigung betreten. Eine Sondergenehmigung zu erhalten, ist oft sehr langwierig.

Die israelischen Sicherheitskräfte verstärkten ihre Präsenz rund um die Altstadt deutlich. Vor allem am Damaskus-Tor wurden viele Polizei- sowie Sondereinsatzkräfte mit Spezialausrüstung zusammengezogen.

In Jerusalem werden Israelis immer wieder von Palästinensern bei Messerattacken verletzt. Israel hatte den Ostteil Jerusalems samt der historischen Altstadt im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und 1980 annektiert. Die UNO erkennt die Annexion nicht an.

Quelle: APA

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