Weltpolitik

Mehrere Sicherheitskräfte in Nordafghanistan getötet

Bei einem Überfall militant-islamistischer Taliban in Nordafghanistan sind mindestens 13 Sicherheitskräfte getötet worden. Weitere zwölf seien bei dem Angriff auf zwei Kontrollposten von Armee und Polizei im Bezirk Dasht-e Artshi der Provinz Kunduz verletzt worden, sagten mehrere Provinzräte am Mittwoch. Die Islamisten hätten zudem weitere Sicherheitskräfte verschleppt und Waffen mitgenommen.

Polizei und Armee seien in dem Bezirk nur mehr im Bezirkszentrum stationiert und befänden sich dort praktisch ausschließlich in der Defensive, sagte der Bezirksgouverneur. Die Sicherheitslage verschlechtere sich auch in der Provinzhauptstadt Kunduz, erzählen lokale Behördenvertreter. Taliban-Kämpfer bedrohten und verprügelten regelmäßig Menschen, führten gezielte Tötungen durch oder verschleppten Sicherheitskräfte. Am Mittwochmorgen (Ortszeit) seien erneut drei Personen, darunter ein Kommando-Soldat, entführt worden.

Erst am Dienstag waren bei einem Taliban-Überfall in der Provinzhauptstadt Pul-e Khumri mindestens zwölf Polizisten getötet worden. Davor war in den vergangenen drei Wochen die Gewalt gegen Sicherheitskräfte in Afghanistan einer Statistik der "New York Times" zufolge erstmals seit vielen Monaten spürbar zurückgegangen.

Die USA und die Taliban hatten im Dezember zuvor abgebrochene Gespräche über Wege zu Frieden wieder aufgenommen. Zuletzt sollen Berichten zufolge die Islamisten US-Forderungen nach einer Reduzierung der Gewalt zugestimmt haben. Zum aktuellen Stand der USA-Taliban-Verhandlungen im Golfemirat Katar äußerten sich in den vergangenen Tagen weder die USA noch Taliban-Vertreter. Der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, war am Dienstag in Brüssel, um Vertreter der NATO über den Verhandlungsstand zu informieren. Ein USA-Taliban-Abkommen soll Truppenabzüge einleiten und zu innerafghanischen Friedensgesprächen führen.

Quelle: Apa/Dpa

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