Weltpolitik

Mehrere Tote bei angeblicher IS-Offensive in Nordafghanistan

In Nordafghanistan haben angeblich Hunderte Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mehrere Dörfer erobert und mindestens acht Sicherheitskräfte getötet. Das berichteten afghanische Medien sowie der ehemalige Gouverneur des Bezirks Darsab in der Provinz Jausjan, Rahmatullah Hashar. Demnach seien um die 30 Mann verletzt worden.

Der Sender 1TV berichtete unter Berufung auf den Polizeichef von fünf Toten. "600 bis 1.000 Mann" hätten seit Montagabend sechs Dörfer und fünf Posten überrannt, sagte Hasher. Zahlen werden in Afghanistan oft übertrieben. Die Kämpfe dauerten an, zuletzt etwa 500 Meter vom Haus des Bezirksgouverneurs von Darsab und des Polizeihauptquartiers entfernt. Die Angreifer trügen schwarze Flaggen und behaupteten, für das "Kalifat" zu kämpfen. Unter ihnen seien Usbeken und Tschetschenen.

Die Etikettierung der Angreifer als IS ist mit Vorsicht zu betrachten. Der IS war in Afghanistan erst Anfang 2015 aufgekommen und hatte nie große Kämpferzahlen. Die Provinz Nangarhar ist seine einzige große Basis geblieben. Berichte über IS-Gruppen in anderen Provinzen haben sich oft als falsch herausgestellt.

Denkbar wäre, dass die Angreifer der Islamischen Bewegung von Usbekistan (IMU) angehören. Teile dieser ehemals mit Al-Kaida verbündeten Gruppe hatten dem IS 2015 Gefolgschaft geschworen. Seit einigen Monaten sollen IMU-Kommandeure in Jausdjan und und der Nachbarprovinz Sar-e Pul Angehörige der afghanischen Usbeken-Minderheit aktiv rekrutieren, berichtete zum Beispiel Radio Free Europe im Februar.

Quelle: Apa/Dpa

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