Weltpolitik

Mehrere Tote bei Anschlag in Schiiten-Viertel in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Freitag mindestens neun Menschen getötet worden. Der Angreifer habe sich in einem schiitischen Viertel in die Luft gesprengt, teilte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums mit. 18 weitere Menschen seien verletzt worden. Der lokale Ableger der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Angriff für sich.

Der Anschlag ereignete sich nahe einer Versammlung anlässlich des 23. Todestags eines Anführers der schiitischen Hazara-Minderheit, der von den radikalislamischen Taliban getötet worden war. An dem Ereignis nahmen hochrangige Politiker des Landes teil, darunter Regierungschef Abdullah Abdullah.

Laut Polizei wurde der Selbstmord-Attentäter, der zu Fuß unterwegs war, an einem Kontrollposten gestoppt und sprengte sich dort in die Luft, bevor er zu der Versammlung gelangen konnte.

Kabul ist in den vergangenen Monaten von einer Reihe von Anschlägen erschüttert worden, die von den Taliban oder dem IS für sich reklamiert wurden. Nachdem die IS-Miliz im vergangenen Jahr eine Reihe von blutigen Attacken auf Schiiten in Afghanistan ausgeführt hatte, war dies der erste größere Anschlag auf die schiitische Bevölkerung in diesem Jahr. Im Dezember waren bei einem Anschlag auf einen schiitischen Schrein etwa 40 Menschen getötet worden.4:54

Quelle: Apa/Dpa

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