Weltpolitik

Mehrheit der Republikaner erwartet Sieg Clintons

Eine Mehrheit der US-Republikaner erwartet einer Umfrage zufolge inzwischen eine Niederlage ihres Kandidaten Donald Trump bei der Präsidentenwahl Anfang November. Der am Mittwoch veröffentlichten Reuters/Ipsos-Erhebung zufolge gehen 41 Prozent seiner Parteianhänger von einem Sieg der Demokratin Hillary Clinton aus. Die Republikaner rechnen auch mit einem Verlust der Mehrheit im Senat.

Mehrheit der Republikaner erwartet Sieg Clintons SN/APA/AFP/ROBYN BECK
Hillary Clinton liegt bei Umfragen klar voran.

An einen Sieg von Donald Trump glauben nur noch 40 Prozent der Republikaner, im Monat zuvor waren es noch 58 Prozent - damals glaubten nur 28 Prozent der Republikaner, Ex-Außenministerin Clinton werde Siegerin. Unter Trumps erklärten Anhängern gehen derzeit nur noch 49 Prozent von seinem Einzug ins Weiße Haus aus nach zuvor 67 Prozent.

Mit einem Verlust der Mehrheit im Senat rechnen hochrangige republikanische Kongressmitarbeiter ebenfalls - und das mit weitreichenden Folgen für das Oberste Gericht der USA. "Die Dinge laufen nicht gut", erklärte einer der Insider am Mittwoch. "Der Senat ist futsch." Er nannte sechs Bundesstaaten, in denen die Partei eigenen Umfragen zufolge einen Sitz werde wohl abgeben müssen.

Mitarbeiter der Demokraten sagten ebenfalls einen schweren Rückschlag für die Republikaner voraus. Diese haben gegenwärtig 54 der 100 Sitze im Senat inne. Am 8. November wird ein Drittel der Abgeordneten dort für sechs Jahre neu gewählt. Sollte Hillary Clinton neue Präsidentin werden, müssten ihre Demokraten nur vier Sitze erobern, da der neue Vizepräsident Tim Kaine bei Patt-Situationen auch eine Stimme erhalten würde. Die Statistik-Website FiveThirtyEight hat zuletzt für eine demokratische Mehrheit im Senat eine Wahrscheinlichkeit von knapp 66 Prozent errechnet. Die Republikaner dürften dagegen die Kontrolle über die zweite Kongresskammer, das Repräsentantenhaus, behalten.

Der Senat ist von besonderer Bedeutung, weil er die vom Präsidenten nominierten Kandidaten für hohe Staatsämter bestätigt. Dazu zählen die auf Lebenszeit berufenen Richter des Supreme Court. Dort ist gegenwärtig bereits einer der neun Sitze unbesetzt. Experten gehen davon aus, dass der nächste Präsident insgesamt bis zu vier neue Richter berufen könnte. Sollte Clinton ins Weiße Haus einziehen und die Demokraten den Senat übernehmen, könnten sie dem politisch einflussreichen Gericht auf Jahre hinaus ihrem Stempel aufdrücken.

Im Endspurt des US-Wahlkampfs will der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump noch einmal tief in die eigene Tasche greifen. Bis zum Wahltag werde er insgesamt 100 Millionen Dollar (92 Millionen Euro) aus seinem eigenen Vermögen für den Wahlkampf ausgegeben haben, "und ich bin bereit, noch sehr viel mehr auszugeben", erklärte der rechtspopulistische Immobilienmilliardär am Mittwoch dem Sender CNN. "Wir werden einen enormen Sieg einfahren", zeigte er sich weiterhin zuversichtlich.

Welche genaue Summe er bis zum Wahltag in der übernächsten Woche noch ausgeben will, ließ Trump in dem Interview offen. US-Medien schätzten, dass er noch eine höhere zweistellige Millionensumme aufbringen müsse, um auf die Gesamtsumme von 100 Millionen Dollar zu kommen.

Trotz des erheblichen Privatvermögens von Trump hat seine Gegenkandidatin Hillary Clinton im Wahlkampf einen finanziellen Vorteil, weil ihre Spendeneinnahmen deutlich höher sind als die des Republikaners. Dieser Vorteil zeigt sich unter anderem darin, dass Clinton deutlich mehr Wahlkampfspots im Fernsehen schaltet.

Quelle: Apa/Ag

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