Weltpolitik

Merkel empfing neue britische Premierministerin May

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwoch die neue britische Premierministerin Theresa May empfangen. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Folgen des Brexit-Votums. May erklärte, sie wolle den Antrag auf Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union nicht vor Ende des Jahres stellen.

Merkel empfing neue britische Premierministerin May SN/APA (dpa)/Michael Kappeler
Theresa May auf Besuch in Berlin.

Merkel sagte, es sei "absolut verständlich", dass die britische Regierung zunächst Zeit benötige, eine Verhandlungsposition zu entwickeln. Allerdings dürfe es keine "Hängepartie" geben. Merkel sagte, eine gute Vorbereitung der Austrittsverhandlungen sei "aus meiner Sicht wichtig" und auch im Interesse der Europäischen Union. Zugleich stellte sie erneut klar, dass die Verhandlungen über den Austritt erst beginnen könnten, wenn London den Antrag nach Artikel 50 des EU-Vertrags stelle.

Unabhängig von der Brexit-Entscheidung würden Deutschland und Großbritannien "sehr enge" Beziehungen verbinden, sagte die Kanzlerin. "Wir teilen gemeinsame Werte." May machte deutlich, dass die Entscheidung über den britischen EU-Austritt feststehe. "Brexit heißt Brexit", sagte sie. Großbritannien werde aber weiter konstruktiv mit der EU zusammenarbeiten. Deutschland bleibe ein "wichtiger Partner und ein besonderer Freund".

May obliegt es, für ihr Land den Austritt aus der Europäischen Union zu erklären. Viele EU-Partner dringen auf eine schnelle Erklärung, damit die auf zwei Jahre befristeten Verhandlungen über die Entflechtung der Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich beginnen können. London will sich dagegen Zeit lassen.

(Apa/Ag.)

Aufgerufen am 22.06.2018 um 11:31 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/merkel-empfing-neue-britische-premierministerin-may-1240441

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