Weltpolitik

Merkel und Trudeau rücken angesichts Trump enger zusammen

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach am Freitag nach einem Treffen mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau von der gemeinsamen Überzeugung, dass bilaterale oder auch weltweite Handelsabkommen einen Mehrwert für alle Beteiligten böten. Mit dem Freihandelsabkommen CETA hätten Europa und Kanada einen Standard für solche Vereinbarungen gesetzt, sagten Merkel wie Trudeau.

Justin Trudeau besuchte die Kanzlerin.  SN/APA (AFP)/ODD ANDERSEN
Justin Trudeau besuchte die Kanzlerin.

Die Kanzlerin nannte Kanada einen "sehr aktiven Partner", mit dem man in der G-20 die Themen Frauenförderung, Handel, Afrika-Hilfen und Klimaschutz voranbringen wolle. Deutschland und Kanada wollen angesichts der Abschottungsbestrebungen von US-Präsident Donald Trump enger zusammenrücken, um diese zentralen Anliegen in der Welt zu fördern.

Trudeau, der Anfang der Woche Trump getroffen hatte, unterstrich, letztlich gelte es, mit einer Zusammenarbeit für die eigenen Bürger positive Ergebnisse zu schaffen. Er nannte Deutschland nicht nur einen engen Verbündeten, sondern "einen echten Freund". Das CETA-Abkommen sei ein Beispiel für ein "anspruchsvolles, modernes Abkommen". Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit Trump plädierte er dafür, sich auf die Felder zu konzentrieren, wo es Gemeinsamkeiten gebe. Merkel machte deutlich, das transatlantische Verhältnis habe unabhängig vom Wahlausgang eine überragende Bedeutung für Deutschland.

Das EU-Parlament hatte am Mittwoch den Weg freigemacht für das EU-kanadische CETA-Abkommen. Teile davon dürften damit schon im Frühjahr in Kraft treten. Während die Bundesregierung und die Wirtschaft das Abkommen als Zeichen gegen Abschottung werteten, sprachen Grüne, Linke und zahlreiche Organisationen von unzureichenden Schutzmechanismen etwa für Umwelt und Menschenrechte. Bis alle Vereinbarungen gelten, werden aber vermutlich noch Jahre vergehen, da die nationalen Parlamente der EU-Staaten noch zustimmen müssen.

Quelle: Apa/Ag.

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