Weltpolitik

Mexiko und USA wollen Differenzen im Dialog beilegen

Der mexikanische Außenminister Luis Videgaray hat das Treffen mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson vorsichtig positiv bewertet. "Wir haben Schritte in die richtige Richtung unternommen", sagte er am Donnerstag. Tillerson und US-Heimatschutzminister John Kelly hatten sich zuvor in Mexiko-Stadt mit Videgaray, Innenminister Miguel Angel Osorio Chong und Finanzminister Jose Antonio Meade getroffen.

Die Au§enminister wollen Differenzen besprechen.  SN/APA (AFP)/RONALDO SCHEMIDT
Die Au§enminister wollen Differenzen besprechen.

Im Verhältnis zwischen den USA und Mexiko war zuletzt viel Porzellan zerschlagen worden. Jetzt versuchen beide Seiten, die Wogen zu glätten. "Wir kooperieren bei Handel, Energie und Sicherheit. Gemeinsam wollen wir an unserer Grenze für Recht und Ordnung sorgen", sagte US-Außenminister Rex Tillerson. Aber: "Starke souveräne Nationen haben nun mal von Zeit zu Zeit Meinungsverschiedenheiten."

Die Beziehung zwischen den Nachbarn sind seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump äußerst angespannt. Trump will Millionen illegaler Einwanderer abschieben, das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) neu verhandeln und eine Mauer an der Grenze bauen. Wegen des Streits um die Finanzierung des Megaprojekts war ein geplantes Treffen Trumps mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto geplatzt.

In seinem Land herrsche der Eindruck vor, dass Trumps Politik den nationalen Interessen sowie den Mexikanern im In-und Ausland schaden könne, so Videgaray. Die US-Minister waren um Entspannung bemüht. Kelly sagte, es werde in Migrationsangelegenheiten keine militärische Gewalt und auch keine Massenabschiebungen geben. "Die Abschiebungen werden legal, geordnet und in enger Abstimmung mit Mexiko erfolgen", sagte er am Donnerstag nach dem Ministertreffen.

Im Vorfeld des Treffens hatte die US-Regierung mit der Ankündigung, sie wolle illegal aus Mexiko in die USA Eingewanderte ungeachtet ihrer Nationalität nach Mexiko abschieben, für erneute Spannungen gesorgt. Seit längerem erbost die Mexikaner die Absicht Trumps, eine Mauer an der gemeinsamen Grenze zu errichten, um die illegale Einwanderung zu stoppen. Am Donnerstag hatte Trump gesagt, es sei eine Militäraktion im Gange, um die USA von schlechten Typen zu reinigen.

"Wir erleben einen komplexen Moment in unseren Beziehungen", sagte der mexikanische Außenminister Videgaray nach den Gesprächen in Mexiko-Stadt. "Einige Äußerungen aus Washington haben für Irritationen in Mexiko gesorgt. Der beste Weg, um die Differenzen zu überwinden, ist der Dialog."

Tillerson und Kelly wollten sich im Laufe des Donnerstags auch mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto treffen. Die Mexikaner hatten das Treffen mit dem Staatschef vom Ergebnis der Gespräche auf Ministerebene abhängig gemacht.

Quelle: Apa/Dpa

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