Weltpolitik

Migranten nach Ausschreitungen auf Samos festgenommen

Zwei Tage nach den schweren Krawallen in Registrierlager von Samos hat die griechische Polizei zwölf Migranten festgenommen. Drei davon - darunter einem 15-Jährigen - wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Sie sollen mit Stichwaffen drei andere Migranten verletzt haben, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Den anderen wird unter anderem Brandstiftung und Beteiligung an den Krawallen vorgeworfen.

5.700 Migranten harren im Registrierlager von Vathy aus SN/APA (AFP/Archiv)/LOUISA GOULIAMA
5.700 Migranten harren im Registrierlager von Vathy aus

Die Ausschreitungen begannen am Montagabend nach einem Streit zwischen Migranten aus Syrien und Afghanistan in Vathy, der Hauptortschaft von Samos. Danach kam es im und um das Lager, das an einem Hang über Vathy liegt, zu neuen Schlägereien und Randale. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Krawalle zu beenden. Acht Menschen mussten wegen Atemwegsbeschwerden im Krankenhaus der Insel behandelt werden. Die Feuerwehr konnte erst am Dienstagmorgen die von Randalierern gelegten Feuer löschen.

Der Flüchtlingszustrom aus der Türkei zu den griechischen Inseln und damit auch in die EU dauert unvermindert an: Allein am Mittwochvormittag setzten nach Angaben der griechischen Küstenwache 183 Migranten aus der Türkei nach Griechenland über. Bereits am Vortag waren 310 Migranten aufgegriffen worden, teilte das Ministerium für Bürgerschutz in Athen am Mittwoch mit.

Mittlerweile harren auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos mehr als 33.000 Menschen in heillos überfüllten Lagern und anderen Unterkünften aus. Seit Jahresbeginn sind nach jüngsten Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) mehr Migranten (39.775) aus der Türkei zu den griechischen Inseln gekommen als im gesamten Vorjahr (32 494).

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 15.11.2019 um 07:47 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/migranten-nach-ausschreitungen-auf-samos-festgenommen-77777806

Kommentare

Schlagzeilen