Weltpolitik

Milliarden-Hilfe für Afghanistan

Die internationale Staatengemeinschaft stellt Afghanistan auch nach dem Abzug der ausländischen Soldaten im Jahr 2014 Milliarden an Hilfen in Aussicht.

Milliarden-Hilfe für Afghanistan SN/apa (epa)
Geld an Afghanistan für Gegenleistungen.

Bei der Afghanistan-Konferenz in Tokio beliefen sich die Zusagen am Sonntag für die Jahre 2012 bis 2015 auf mehr als 16 Milliarden Dollar (13 Mrd. Euro), wie von Seiten der japanischen Gastgeber verlautete. Im Gegenzug verpflichtet sich Afghanistan in einem Abschlussdokument der Konferenz zu einer Reihe von Gegenleistungen - von freien und fairen Wahlen über eine bessere Finanzaufsicht und Regierungsführung bis hin zur Bekämpfung der Korruption. So soll sichergestellt werden, dass die Regierung in Kabul ihre Versprechen auch wirklich erfüllt.

Die Situation in Afghanistan ist trotz "realer Fortschritte" im Bereich Sicherheit und Entwicklung weiterhin "fragil", meinte UNO-Generalsekretär Ban. In seiner Rede vor den Delegierten warnte er davor, in "kurzfristigen" Zeiträumen zu denken. Dem afghanischen Volk müssten "langfristige Aussichten" für eine bessere Zukunft gegeben und die Sorge genommen werden, dass ihr Land von der Staatengemeinschaft aufgegeben werden könnte. Es dürften auch die "humanitären" Anforderungen und die Flüchtlinge nicht vergessen werden, so der UNO-Generalsekretär weiter. Zudem müsse "mehr für Frauen und Kinder" in Afghanistan getan werden.

Der afghanische Präsident Karzai versprach zum Auftakt der Konferenz in Tokio einen verstärkten Kampf gegen die Korruption in seinem Land. Bei allen Fortschritten, die in den vergangenen zehn Jahren erzielt worden seien, sei die Lage in seinem Land weiterhin "gefährdet" und die "Wirtschaft unterentwickelt", sagte Karzai. Korruption unterlaufe die Effizienz der internationalen Hilfen. Es bedürfe noch "viele Jahre" harter Arbeit, bevor Afghanistan Selbstständigkeit erreiche, so Karzai.

Unterdessen kamenin Afghanistan durch zwei Sprengsätze mindestens 14 Zivilisten ums Leben. Ein Kleinbus mit zehn Menschen an Bord sei im Bezirk Arghistan unterwegs gewesen, als am Straßenrand ein Sprengsatz explodierte, teilte die Polizei am Sonntag mit. Als sich ein Traktor näherte, der zur Hilfe eilen wollte, sei ein weiterer Sprengsatz explodiert. Drei Menschen seien verletzt worden.

Quelle: Apa/Dpa

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