Weltpolitik

Mindestens 13 Tote bei Anschlag auf Hotel in Mogadischu

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein bei Ausländern beliebtes Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Bei allen bisher bestätigten Todesopfern handle es sich um "unschuldige Zivilisten", teilte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Montag mit.

Mindestens 13 Tote bei Anschlag auf Hotel in Mogadischu SN/APA (epa)/SAID YUSUF WARSAME
Al-Shabaab-Miliz bekannte sich zu Anschlag auf Jazeera Palace Hotel.

Zu dem Angriff auf das Jazeera Palace Hotel, in dem auch mehrere diplomatische Vertretungen untergebracht sind, bekannte sich die islamistische Al-Shabaab-Miliz. Wie ein ranghoher Sicherheitsbeamter der Deutschen Presse-Agentur sagte, wurde der Anschlag offenbar von einem Deutsch-Somalier ausgeführt. Der Attentäter habe beide Staatsbürgerschaften besessen und sei vermutlich vor einiger Zeit aus Europa nach Somalia zurückgekehrt. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Die Fassade des sechsstöckigen Hotels, in dem häufig Regierungsvertreter und Diplomaten verkehren, wurde durch die Explosion aufgerissen. Eine dichte Rauchwolke stieg auf. Nach Angaben von Augenzeugen hatte der Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen zur Explosion gebracht.

Nach dem Anschlag war zunächst von sechs Toten die Rede gewesen. In der Nacht seien aber mehrere Verletzte gestorben, so der Sicherheits-Sprecher. Weitere Todesopfer seien aus den Trümmern umliegender Gebäude geborgen worden. Die Zerstörungen seien "gewaltig".

In dem nahe dem internationalen Flughafen gelegenen Hotel sind die diplomatischen Vertretungen Chinas, Katars und der Vereinigten Arabischen Emirate untergebracht. Die chinesische Regierung teilte mit, dass ein Botschaftsangestellter getötet und drei weitere leicht verletzt worden seien. Unter den Toten ist auch der somalische Fernsehjournalist Mohamed Abdikarim, wie die Journalistengewerkschaft mitteilte.

Das Hotel war bereits 2012 Ziel eines Anschlags, als sich Präsident Hassan Sheikh Mohamud dort befand. Mohamud verurteilte den neuerlichen Anschlag und sprach von einem "Angriff auf ein Symbol". Im Jazeera Palace Hotel hätten sich Vertreter der internationalen Gemeinschaft mit ihren somalischen Kollegen getroffen. Das Hotel werde nach dem "herzlosen" Anschlag aber wieder aufgebaut und schon bald wieder öffnen.

Zu der Gewalttat bekannte sich die Al-Shabaab-Miliz. Demnach diente der Anschlag als "Vergeltung für die Tötung dutzender unschuldiger Zivilisten", die bei Angriffen äthiopischer Truppen auf Lager der Miliz im Süden Somalias getötet worden seien. Äthiopien ist ebenso wie Kenia an der Militärmission der Afrikanischen Union in Somalia beteiligt, die in den vergangenen Jahren die Al-Shabaab-Miliz aus den meisten großen Städten zurückdrängte.

Die US-Regierung verurteilte den "abscheulichen Anschlag" auf das Hotel. Der Angriff ereignete sich, während sich US-Präsident Barack Obama zu einem Staatsbesuch im Nachbarland Äthiopien aufhielt. Es ist der erste Besuch eines US-Präsidenten in dem ostafrikanischen Land. Zuvor hatte Obama Kenia besucht.

(Apa/Dpa/Ag.)

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