Weltpolitik

Mindestens 15 Tote bei Erstürmung von Hotel in Mogadischu

Bei einem Anschlag auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Freitag mindestens 15 Menschen getötet worden. Vor dem Maka-al-Mukarama-Hotel wurde nach Polizeiangaben zunächst eine Autobombe gezündet, dann stürmten Bewaffnete in das Gebäude. Zu dem Attentat bekannte sich die islamistische Al-Shabaab-Miliz.

Mindestens 15 Tote bei Erstürmung von Hotel in Mogadischu SN/AP
Somalia im Brennpunkt des Islamismus'.

Erst nach mehreren Stunden gelang es Sondereinsatzkräften am Freitag, das Gelände zu stürmen und weitgehend unter ihre Kontrolle zu bringen. Sechs der vermutlich neun Angreifer seien getötet worden, sagte Polizeimajor Ismail Olow.

"Es gibt mindestens 15 Tote, darunter der somalische Botschafter in der Schweiz", sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Spezialkräfte seien in das Hotel eingedrungen und hätten das Gebäude gesichert. Die Polizei ging davon aus, dass bei dem Anschlag auch mehrere Regierungsvertreter verletzt wurden.

Ein anderer Vertreter der Sicherheitskräfte sprach von fünf Angreifern in dem Hotel. Einer von ihnen sei mit einem "sehr schweren Maschinengewehr" bewaffnet gewesen. Bei den Todesopfern handelte es sich demnach um Wachleute des Hotels und Zivilisten. Die Angreifer seien nach rund dreistündigen Kämpfen getötet worden.

Viele Gäste waren zeitweise gefangen, darunter auch der somalischer Botschafter in Deutschland, Mohamed Mohamud Tifow. Der Diplomat sagte, mehrere Gäste seien aus den Fenstern des Hotels gesprungen, um sich vor den Angreifern in Sicherheit zu bringen. 

Zu dem Anschlag bekannte sich die islamistische Al-Shabaab-Miliz, die in Mogadischu immer wieder Anschläge verübt und Regierungsgebäude angreift. "Unsere Kämpfer sind in dem Hotel", sagte ein Shabaab-Sprecher. Auch er sprach von mehreren Toten und Verletzten.

In Somalia gibt es seit Anfang der 90er Jahre keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die Miliz Al-Shabaab ("Die Jugend") kontrolliert Teile des Landes, außerdem leidet die Bevölkerung unter der Gewalt verfeindeter Stammesmilizen und krimineller Banden.

Die Al-Shabaab-Miliz hat Verbindungen zur radikal-islamischen Al-Kaida. Sie sorgt seit Jahren in Somalia für Angst und Schrecken, auch wenn sie zuletzt nach einer Militäroffensive der Afrikanischen Union und durch US-Drohnenangriffe in die Defensive geraten ist. Sie will die Regierung stürzen und die Sharia einführen. Auch im benachbarten Kenia und in anderen Ländern hat sie Anschläge verübt. 2011 wurde sie von einer afrikanischen Friedenstruppe aus Mogadischu verdrängt. Seitdem hat sie sich auf eine guerilla-ähnliche Taktik verlegt. Hotels gehören regelmäßig zu Al-Shabaabs Anschlagzielen.

(Apa/Ag.)

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