Weltpolitik

Mindestens 21 Tote bei Bombenexplosion in Pakistan

Bei einem Bombenanschlag auf einem Markt in Parachinar im Nordwesten Pakistans sind mindestens 21 Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere Menschen wurden bei der Explosion am frühen Samstag verletzt, 15 von ihnen schwer, wie die Behörden mitteilten. Die Bombe soll in einer Karre versteckt gewesen sein, mit der in der Regel Gemüse auf den Markt gebracht wird.

Zu dem Attentat bekannten sich die radikalislamischen pakistanischen Taliban und ihr Ableger Lashkar-e-Jhangvi. Sie hätten den Angriff gemeinsam verübt, erklärten Sprecher beider Organisationen. Der Taliban-Vertreter sagte, sie hätten damit den Anführer von Lashkar-e-Jhangvi gerächt, der von der Polizei in der im Osten gelegenen Provinz Punjab getötet wurde. In einem Telefonanruf bei der Nachrichtenagentur AFP bekannte sich eine Abspaltung der sunnitisch-islamistischen Untergrundorganisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zu dem Anschlag.

Der Abgeordnete der Region, Sajid Hussain Turi sagte, eine selbst gebaute Bombe sei unter Tomaten versteckt gewesen und detoniert. Ein Behördenvertreter sprach dagegen von einem Selbstmordattentat. Die Regierung in Islamabad verurteilte den Anschlag. Innenminister Chauhdry Nisar Ali Khan kündigte eine umfassende Aufklärung an.

Die Taliban waren in der jüngsten Vergangenheit in der Gegend um Parachinar aktiv. In der Stadt gibt es erhebliche Spannungen zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen. Parachinar ist die größte Stadt in der Region Kurram, die an der Grenze zu Afghanistan liegt.

Parachinar ist der größte Ort in der Kurram Agency, ein halbautonomes Sonderterritorium nahe der Grenze zu Afghanistan. Das sogenannte Stammesgebiet unter Bundesverwaltung (Fata) hat jahrelang Talibankämpfer beherbergt.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

Aufgerufen am 16.11.2018 um 05:52 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/mindestens-21-tote-bei-bombenexplosion-in-pakistan-507337

Schlagzeilen