Weltpolitik

Mindestens 23 Tote bei Gefechten in Nordafghanistan

Bei mehrstündigen schweren Gefechten in Nordafghanistan sind in der Nacht zum Dienstag mindestens 23 Sicherheitskräfte getötet worden. Taliban-Kämpfer hätten erst mindestens zwei Kontrollposten im Bezirk Sajad der Provinz Sar-i Pul angegriffen, sagte der Provinzrat Mohammed Asif Sadiki. Danach hätten sie die von der Regierung geschickte Nachschubkräfte aus dem Hinterhalt überfallen.

Unter den Toten befinden sich nach Angaben von Sadiki ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter, ein lokaler Polizeikommandeur sowie ein Militärkommandeur. Weitere mindestens 25 Sicherheitskräfte seien verwundet worden.

Die radikalislamischen Taliban greifen fast täglich Kontrollposten und Stützpunkte der Polizei und Armee an. Militärkreisen zufolge sterben täglich etwa 35 Polizisten und Soldaten bei Gefechten und Anschlägen. Die Regierungskräfte, die monatelang in der Defensive waren, versuchen nun, wieder die Oberhand zu gewinnen. Seit mehreren Wochen greifen sie mit Unterstützung von US-Kräften gezielt lokale Taliban-Kommandeure an.

Gleichzeitig laufen Bemühungen, den Konflikt über Verhandlungen zu lösen. In den vergangenen Monaten fanden mehrere Runden an Direktgesprächen zwischen Vertretern der USA und hochrangigen Taliban statt. Allerdings wirken sich die Gespräche noch nicht auf die Kampfhandlungen aus. Experten zufolge versuchen beide Seiten vielmehr, durch vermehrte Angriffe ihre Position für mögliche Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban zu stärken.

Quelle: Apa/Dpa

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