Weltpolitik

Mindestens 47 Tote bei Zusammenstößen in Zentralafrika

Bei Zusammenstößen zwischen bewaffneten Gruppen in der Zentralafrikanischen Republik sind mindestens 47 Menschen getötet worden. Die Kämpfe seien am Samstag in der Stadt Bria im Zentrum des Landes ausgebrochen, sagte der Regierungsvertreter des Bezirks, Thierry Evariste Binguinindji, am Dienstagabend. Mindestens 20 Menschen seien verletzt worden, teilten Ärzte Ohne Grenzen mit.

Fraktionen der ehemaligen Seleka-Koalition bekämpften sich gegenseitig SN/APA (AFP)/CAMILLE LAFFONT
Fraktionen der ehemaligen Seleka-Koalition bekämpften sich gegenseitig

Binguinindji zufolge kämpften zwei Gruppen, die einst zur Seleka gehörten, einer Koalition von Rebellengruppen. In der Zentralafrikanischen Republik herrschen seit Jahrzehnten immer wieder Konflikte. In einem 2013 ausgebrochenen Bürgerkrieg standen sich die überwiegend muslimische Seleka und christliche Anti-Balaka-Milizen gegenüber.

Eine französische Militärintervention und später eine UN-Mission stabilisierten die Lage. Allerdings flammte die Gewalt 2018 wieder auf. Die Seleka wurde inzwischen aufgelöst und Kämpfe zwischen verschiedenen Faktionen der einstigen Koalition haben sich verschärft. Nach UN-Angaben sind knapp 1,2 Millionen Bürger Zentralafrikas auf der Flucht.

Das Land mit seinen 4,6 Millionen Einwohnern steht auf einem UN-Entwicklungsindex an vorletzter Stelle. Der Staat grenzt im Norden an den Tschad und Südsudan, im Osten an den Südsudan, im Süden an Kongo und Kongo-Brazzaville und im Westen an Kamerun.

Quelle: Apa/Dpa

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