Weltpolitik

Mindestens 50 Tote bei Selbstmordanschlag in Nigeria

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee im Nordosten Nigerias sind am Dienstag mindestens 50 Menschen getötet worden. Mehrere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Selbstmordattentäter sei ein Teenager gewesen und habe sich während des Morgengebets inmitten von Gläubigen in einer Moschee in der Stadt Mubi im Bundesstaat Adamawa in die Luft gesprengt.

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee im Nordosten Nigerias sind am Dienstag mindestens 50 Menschen getötet worden. SN/AP
Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee im Nordosten Nigerias sind am Dienstag mindestens 50 Menschen getötet worden.

Der Anschlag wurde der Jihadistengruppe Boko Haram zugeschrieben. "Es war ein Selbstmordattentäter, der sich unter die Gläubigen mischte", sagte der Sprecher. "Als die Gebete stattfanden, zündete er seinen Sprengsatz." Die Katastrophenschutzbehörde in Adamawa und die Regionalregierung von Mubi bestätigten den Anschlag.

Ein Bewohner, Abubakar Sule, sagte, er sei bei den Rettungsmaßnahmen dabei gewesen. 40 Menschen seien sofort tot gewesen, mehrere weitere seien mit schweren und lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Das Dach der Moschee sei durch die Explosion abgerissen worden. "Das ist eindeutig die Tat von Boko Haram", sagte er.

Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Anschlag, aber das Attentat trug die Handschrift der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. Die Gruppe zwingt immer wieder Minderjährige zu Selbstmordattentaten. Bis August hatten die Extremisten dem UN-Kinderhilfswerk zufolge in diesem Jahr bereits 83 Kinder für solche Anschläge missbraucht, darunter 55 Mädchen. Die meisten der Opfer seien jünger als 15 Jahre gewesen, erklärte UNICEF.

"Wir kennen alle den Trend, wir beschuldigen niemanden spezifisch, aber wir kennen diejenigen hinter solchen Anschlägen", sagte der Polizeisprecher. Bei Anschlägen und Angriffen der sunnitischen Fundamentalisten sind im Nordosten Nigerias und angrenzenden Gebieten der Nachbarländer seit 2009 mindestens 20. 000 Menschen getötet worden. Boko Haram will dort einen sogenannten Gottesstaat mit extrem strikter Anwendung des islamischen Rechts errichten.

Auch der Anti-Terror-Experte der Modern Security Consulting Group in Berlin, Yan St-Pierre, sagte, der Anschlag passe ins Muster früherer Anschläge von Boko Haram. Die Gruppe sei noch lange nicht auf dem Rückzug, auch wenn die Zahl der Toten durch Boko-Haram-Anschläge zuletzt zurückgegangen sei. Dem jüngsten Global Terrorism Index (GTI) zufolge ging die Zahl der Todesopfer durch die Gruppe 2016 um 80 Prozent zurück.

Boko Haram wurde international bekannt durch die Entführung der Schülerinnen aus Chibok. Seit dem vergangenen Jahr hat das nigerianische Militär die meisten von der Gruppe gehaltenen Gebiete zurückerobert. Die Extremisten führen jedoch immer wieder Anschläge im Nordosten Nigerias aus, zumeist im Bundesstaat Borno. In Folge der Gewalt sind in der Region mehr als zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr als fünf Millionen Menschen sind nach UN-Angaben auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Mubi liegt im Bundesstaat Adamawa und ist immer wieder Ziel von Anschlägen der Jihadistengruppe Boko Haram. Die Extremisten hatten die Stadt 2014 kurzzeitig eingenommen, bevor sie von Militär und Milizen wieder verjagt wurden.

Quelle: Apa/Ag.

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