Weltpolitik

Mindestens 60 Tote bei Luftangriff auf Gefängnis im Jemen

Bei einem Luftangriff einer saudische geführten Militärkoalition auf ein Gefängnis im Jemen sind mindestens 60 Menschen getötet worden. Mindestens 35 weitere Menschen seien bei dem Bombardement auf einen von den Houthi-Rebellen kontrollierten Sicherheitskomplex in der Hafenstadt Hodeida verletzt worden, sagte Abdel-Rahman Jaralla, Direktor der örtlichen Gesundheitsbehörde am Sonntag der dpa.

Das Militärbündnis teilte nach Angaben des arabischen Nachrichtenkanals Al-Arabija mit, dass die Angriffe am Samstagabend einem Kommandozentrum der Aufständischen gegolten habe. Anrainer sagten, in dem Gebäude hätten sich mindestens 100 Häftlinge aufgehalten. Der von den Rebellen kontrollierte Teil der Nachrichtenagentur Saba berichtete von zwei weiteren Luftschlägen im Norden und im Zentrum des Landes. Insgesamt seien zehn Unbeteiligte getötet worden. Schon am Vortag starben 15 Zivilisten nach einem Bombardement in der südlichen Stadt Taiz.

Im jemenitischen Bürgerkrieg sind seit dem Beginn der Angriffe einer saudisch geführten Militärkoalition im März 2015 mehr als 4.000 Zivilisten getötet worden. Zuletzt starben beim Bombardement einer Trauerfeier in Sanaa nach UN-Angaben mindestens 140 Menschen.

Jemens Präsident Abed Rabbo Mansour Hadi ist vor den Rebellen, die ihm und seiner Regierung Korruption vorwerfen, ins benachbarte Saudi-Arabien geflohen. Sein Lager wird von einer Golfstaaten-Allianz unter Führung des sunnitischen Saudi-Arabien unterstützt.

Hadi lehnte am Samstag einen von den Vereinten Nationen vorgelegten Friedensplan für das Bürgerkriegsland ab. Dieser bevorzuge die Rebellen und bestrafe die legitime jemenitische Regierung, zitierte der staatliche Teil der Agentur Saba den international anerkannten Präsidenten am Samstag.

Demnach hat Hadi den Plan bei einem Treffen mit dem UN-Sondervermittler Ismail Ould Sheikh Ahmed in der saudischen Hauptstadt Riad zurückgewiesen. Al-Arabiya berichtete zuletzt über Details des Friedensplans. Demnach sollte Präsident Hadi den Großteil seiner Macht an einen Vize-Präsidenten abgeben.

Seit mehr als zwei Jahren tobt ein heftiger Bürgerkrieg im Jemen. Schiitische Houthi-Rebellen kontrollieren die Hauptstadt Sanaa und große Teile des Nordjemens.

Quelle: Apa/Ag.

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