Weltpolitik

Mindestens 60 Tote bei Selbstmordattentat in Mali

Die islamistische Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) hat sich zu dem Selbstmordanschlag in Mali mit mittlerweile mindestens 60 Toten bekannt. Das verlautete auf der auf Beobachtung von Terror-Propaganda spezialisierten Site Intelligence Group am Mittwoch.

Einsatzkräfte sind schwer geschockt.  SN/APA (AFP)/STRINGER
Einsatzkräfte sind schwer geschockt.

Bei dem Anschlag in einem Militärstützpunkt in der nördlichen Stadt Gao wurden nach Regierungsangaben mindestens 60 Menschen getötet und 115 weitere teils schwer verletzt. Die Terrorgruppe hingegen sprach in ihrer Bekennerbotschaft Site zufolge von 80 Toten. Demnach sei der Anschlag von Kämpfern der örtlichen Al-Kaida Gruppe Al Mourabitoun ausgeführt worden. Die Echtheit der Bekennerbotschaft konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.

Unter den Toten seien auch fünf Selbstmordattentäter, sagte ein Regierungssprecher. Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

In Gao sind über 500 Soldaten der deutschen Bundeswehr stationiert, die sich an einer UNO-Friedensmission zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes beteiligen. Deutschland verurteilte den Anschlag als Versuch, den Friedensprozess in dem westafrikanischen Land zu sabotieren.

In Mali sind auch österreichische Soldaten im Einsatz. Im Rahmen der EU-Trainingsmission EUTM bilden 14 Soldaten einheimische Kollegen aus. Seit 2016 sind auch (derzeit sechs) Bundesheer-Soldaten als Blauhelme im Rahmen von Minusma aktiv.

Gao beherbergt einen der wichtigsten UN-Stützpunkte im Land. Das Attentat war damit auch ein klarer Beleg, dass Extremisten im Norden Malis weiter zu großen Anschlägen fähig sind. Die Blauhelm-Mission in Mali ist derzeit der gefährlichste UNO-Einsatz.

Der Norden Malis und die angrenzenden Gebiete der Sahelzone sind ein Rückzugsgebiet für Rebellen und islamistische Terroristen. Neben AQMI sind dort die islamistischen Terrorgruppen Ansar Dine und Al Mourabitoun aktiv. Zuletzt gab es auch vermehrt Anschläge im Zentrum des Landes. Bis zu 15.000 UNO-Blauhelmsoldaten und Polizisten bemühen sich um eine Stabilisierung des Landes.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 19.11.2018 um 01:58 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/mindestens-60-tote-bei-selbstmordattentat-in-mali-518359

Schlagzeilen