Weltpolitik

Mindestens sieben Tote bei Kämpfen in der Ostukraine

Bei Kämpfen in der Ostukraine sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko innerhalb von zwei Tagen sieben Soldaten getötet und 17 verletzt worden. Bei den schwersten Gefechten seit Mitte Dezember hätten prorussische Separatisten zweimal versucht, die Frontstadt Awdijiwka einzunehmen, seien aber zurückgeschlagen worden, teilte die ukrainische Armee am Montag mit.

Kein Ende der Krise in der Ostukraine. SN/apa (epa)
Kein Ende der Krise in der Ostukraine.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Poroschenko in Berlin empfing, sprach von einer "besorgniserregenden Lage" an der Kontaktlinie zwischen der ukrainischen Armee und den prorussischen Separatisten. Poroschenko warf den Separatisten vor, die Armee aus Stellungen in Wohngebieten heraus zu beschießen.

Bereits am Sonntag hatte die Armee über einen Angriff auf die Stadt berichtet. Die Rebellen hätten versucht, sie von der Stromversorgung abzuschneiden. Seit dem Ausbruch der Kämpfe um die von Separatisten kontrollierten Gebiete im Osten des Landes 2014 sind etwa 10.000 Menschen getötet worden. Die Ukraine und die NATO werfen Russland vor, die Rebellen mit Waffen und Truppen zu unterstützen, was die Führung in Moskau dementiert. Die USA und die EU haben wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim sowie der Kämpfe in der Ostukraine Sanktionen gegen Russland verhängt.

Poroschenko forderte vor dem Gespräch mit Merkel, die Sanktionen gegen Russland aufrechtzuerhalten oder noch zu verstärken. "Wir sind sicher, dass wir sehr entschiedene Handlungen brauchen, um die russische Seite zu motivieren, sich an den Verhandlungstisch zu setzen", sagte er. Der neue US-Präsident Donald Trump hat dagegen betont, er strebe bessere Beziehungen zu Russland an. Ob er dafür auch Sanktionen gegen das Land aufheben wird, hat er bisher im Vagen gelassen.

Merkel und Poroschenko begrüßten, dass die ukrainische Wirtschaft wieder wachse. Zudem seien die deutschen Exporte in die Ukraine in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres um 17 Prozent gestiegen, sagte Merkel. Poroschenko sagte, er hoffe, dass dies die Verluste der deutschen Wirtschaft durch den Einbruch im Russland-Geschäft zumindest etwas wettmache. Beide gedachten am Nachmittag am Breitscheid-Platz in Berlin der Toten des Anschlages vom Dezember - darunter ein ukrainisches Opfer.

Quelle: Apa/Ag.

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